Basler Zeitung

Von einem Bsfidi und der anderen Kinderbewegung...

Illustration: Rebekka Heeb

Tausende von Basler Kindern planen den Aufstand. Sie werden unter lautem Pfeifen und total vermummt durch die Strassen dieser Stadt ziehen.

DIES NICHT ETWA AM SCHULSCHWÄNZFREITAG!

Alles wird an einem ganz normalen Donnerstagabend durchgezogen - dann, wenn normale Schüler im Kinder-Yoga oder in der Nachhilfe für Frühchinesisch hocken.

Erschienen am: 
Dienstag, 4. Februar 2020

Fasnachts-Integration

Hans liebte Mimosen. Seine Frau hasste sie: «Bleib mir damit vom Gürtel, Hans! Du weisst, dass mir dieser süssliche Duft Kopfschmerzen bereitet... » Hans liebte Fasnacht. Seine Frau hasste sie. Das mit den Mimosen musste dann so kommen.

Herta jammerte zu ihrer Freundin Vera: «AB SEPTEMBER KANNST DU MEINEN ALTEN ABSCHREIBEN. NACH DER SUJET SITZUNG KLEBT IHM NUR NOCH FASNACHT IM HIRN. SELBST AM WEIHNACHTSBAUM BAUMELTEN SECHS TROMMELNDE WAGGIS!»

Erschienen am: 
Freitag, 31. Januar 2020

Von Bauern mit harten Köpfen und Mimosen...

Illustration: Rebekka Heeb

Gianni war dagegen.

Er hat einen Kopf hart wie eine Nuss. Und wenn ich das mal so sagen darf: Es besteht null Unterschied zwischen einem Nusskopf eines Bauern aus Adelboden. Und dem Nusskopf eines Bauern hier auf der Insel.

DER GEMEINSAME NENNER IST DER ZUBETONIERTE BETONSCHÄDEL.

Wenn ich in Adelboden einen Holunderbusch pflanzen will, schüttelt Albert, den sie «Bärti» nennen, den verrunzelten Schädel: «Das geiht ummi net!»

Erschienen am: 
Dienstag, 28. Januar 2020

Umweltsau

Rosa liebte ihre Enkel.

ISJAKLAR!

WELCHE GROSSMUTTER WIRD NICHT PFLUDDERWEICH, WENN DIE KINDER «OMI - RÜCK MAL EIN NÖTCHEN RAUS!» RUFEN.

Nun - Rosa war mit Nötchen nicht üppig gesegnet. Schon eher im Gegenteil. Sie holte die magere Rente am Monatsanfang auf der Bank ab. 20 Franken davon liess sie direkt auf ein Sparkonto überweisen - DAS WAR FÜR FÜR DIE BEERDIGUNG.

Erschienen am: 
Freitag, 24. Januar 2020

Von Fasnachtskiechli in Zainen und der jungen Omama im Sterben...

Illustration: Rebekka Heeb

Meine Urgrossmutter war ein Hexenbesen. Mein Vater behauptete, man habe ihren höllischen Schwefel tausend Kilometer gegen den Wind riechen können. Sie wiederum nannte Mutters heissen Trämler-Hans nur «den Hammel».

Alles mit einem angewiderten Ton, als würde ihr jemand eine stinkende Auster anbieten. Sie begrüsste den Hammel übrigens nur in Handschuhen - WENN ÜBERHAUPT.

Muss ich mehr über das Verhältnis der beiden sagen?

Muss ich nicht.

Erschienen am: 
Dienstag, 21. Januar 2020

Silvio Denz: «Ich war 44 und hatte plötzlich Millionen»

Foto: Lucia Hunziker

Als ich ihn das erste Mal sah, trug er einen schwarzen Rollkragenpullover. Er zog einen ebenso schwarzen Rollkoffer hinter sich her:

«Der Koffer ist mein ständiger Begleiter - eigentlich mein Zuhause!».

Silvio Denz kam eben aus Singapur. Machte Zwischenhalt in Basel. Und wir trafen uns im Kunsthallengarten.

Er erzählte mir von seiner Jugend in dieser Region. Die Eltern hatten ein Bauernhaus mit viel Land im Fricktal. Seine Mutter wohnt heute noch dort.

Erschienen am: 
Samstag, 18. Januar 2020

Filet nach Landfrauen-Art

Susi zupfte an einer Serviette.

Sie war nervös. Immerhin ging es heute Abend um Paddys berufliche Zukunft. Der Job des Direktors war vakant. Und Unternehmer Bitterli hatte sich zum Nachtessen angemeldet.

Er war schon vorher bei verschiedenen Bürokollegen von Paddy zum Essen gewesen (alles hoffnungsvolle Kandidaten). Und immer mit den Worten «...so können wir einander einmal ungezwungen kennen lernen!».

JA, HALLO - W O DEN UNGEZWUNGEN?

Erschienen am: 
Freitag, 17. Januar 2020

Von einem Wolf auf Besuch und dem tropfenden Wasserhahn...

Illustration: Rebekka Heeb

Der Insel-Winter ist speziell. Wunderbares Wetter, stahlblaues Meer - aber ein Wind, der dir den Hintern schwarzfriert und Innocent die Nase tropfen lässt.

LEIDER IST ES NICHT DAS EINZIGE, WAS TROPFT.

Die Toilettenspülung rinnt. Und auch der Wasserhahn hat den Dauerheuler. ES IST EIN BISSCHEN WIE CAMPING IN DER ARKTIS.

Selbst die Wölfe sind da.

Zumindest einer. Eines Tages wartete er regungslos beim Tor.

Ich: «Psssst - dort steht ein Wolf!»

«WAS ISSS LOOOS!»

Erschienen am: 
Dienstag, 14. Januar 2020

Gloria Dei

Im Haus war es kalt.

Peter öffnete die Fensterläden. Draussen schüttete es.

HEFTIG.

Sofort sperrte er die Fenster wieder zu. Er holte nun Holz. Und Zündwürfel.

Die Würfel loderten. Das Holz nicht. Ein dunkler Rauch schlich sich vom Kamin ins Haus.

Peter hustete. Hastig öffnete er wieder alle Fenster.

Erschienen am: 
Freitag, 10. Januar 2020

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