Basler Zeitung

Von ägyptischem Parfüm und den geheimnisvollen Päckchen

Illustration: Rebekka Heeb

Die Wohnung ist stickig. Die Luft kannst du durch schneiden. Sie ist wie warmer Pudding. Vor der Tür liegen sechs Stapel mit Post. Und ein Geburtstagspäckchen - gefüllt mit diesen Unaussprechlichen, deren Inhalt aus weissem Ei-Schaum und Zucker besteht.

Die Unaussprechlichen sind in der Hitze explodiert - so wie die Diskussion um sie.

Erschienen am: 
Dienstag, 7. Juli 2020

Von dem Lächeln in den Krankenhäusern und Vanille-Eis

Illustration: Rebekka Heeb

Nein. Spitäler sind jetzt nicht unbedingt mein Halleluja. Klar. Keiner mag Spitalbesuche. Ich muss präzisieren, dass meine Erfahrungen in den Spitälern immer super waren. Ich glaube, dem Patienten geht es stets besser als seinen Besuchern: Er wird rundum «gebibääbelet». Der Besucher aber steht ratlos am Krankenbett. Weiss nichts zu sagen. Und ärgert sich über den mitgebrachten Blumenstrauss. Drei stehen nämlich schon auf dem kleinen Tischchen herum.

Erschienen am: 
Dienstag, 30. Juni 2020

Von einstigen Telefonistinnen und heutigen Influencerinnen

Illustration: Rebekka Heeb

Eva rief an. Eva ruft immer an. Sie war Telefonistin. Ein langes Leben lang. Doch seit sie pensioniert ist, hängt sie nur noch am Telefon. Jetzt privat! Also ich hätte mir meine Pensionierung da anders vorgestellt - weg von jedem Telefonhörer. Rentenjahre auf einer einsamen Insel ohne Empfang. Aber nein - heute ist sie telefonisch aktiv: «Hallöchen - wollte nur mal wissen, wie es dir so geht!»

NETT GEMEINT. ABER UNNÖTIG. MIR GEHTS IMMER MIES. SONST WILL JEDER SOFORT ETWAS.

Erschienen am: 
Dienstag, 23. Juni 2020

Dani Fohrler: «Es gibt jetzt eine Stille, die redet...»

Foto: -minu

Jahrelang hat er uns in «Glanz und Gloria» begrüsst. Mit Glanz. Und Gloria. Am Sonntag lädt er zur Kultsendung «Persönlich» interessante Menschen ein. Er moderiert das Zirkusfestival von Monte Carlo am Fernsehen. Und seine Stimme mit dem ureigenen Timbre und dem melodiösen Solothurner Dialekt ist ein Markenzeichen im «Treffpunkt» für alle Radio-Morgenhörer von SRF1. Dabei hat alles mit Smarties-Böxlein angefangen: «Ich war schon immer vom Mikrofon fasziniert.

Erschienen am: 
Samstag, 20. Juni 2020

Von bitterer Schokolade und Elefantenträumen

Illustration: Rebekka Heeb

Also Geburtstage sind ja immer etwas ganz Individuelles. Ich schneide das Thema nur an, weil heute MEINER ist. Da wollen wir jetzt aber gar keine grosse Sache daraus machen. Es reicht, wenn ihr über meine IBAN-Nummer an mich denkt oder ein kleines Plätzchen in eurem Testament für den Jubilar einräumt. Und wenn ihr unbedingt Schokolade schicken wollt, dann bitte nur solche, die rundum dick macht. Und frankiert das Päckli richtig!

Erschienen am: 
Dienstag, 16. Juni 2020

Von der Ohnmacht zu zöpfeln und warmem Brot

Illustration: Rebekka Heeb

Sie legen mir Zöpfe vor die Chalettür. Butterzöpfe. Schön golden. Dies meist an einem Samstag. Hier, wo nur die Berggipfel höher sind als der Himmel, in den wir mal einziehen sollen, hier wird für den Tag des Herrn und die ganze Familie noch der Sonntagszopf aus dem Ofen gezogen. Ich bin ihr Herr vom Unterland. Also bekomme ich auch ein Exemplar. Da wir noch immer keine Hände schütteln und null Sennenküsse tauschen, legen die Frauen mir ihre duftenden Weggen einfach auf die abgetretene Holzschwelle vor dem Holzhaus. Sie klingeln nicht mal.

Erschienen am: 
Dienstag, 2. Juni 2020

Streit ist nicht meins

Eine Politikerin hat mir einmal im Interview erklärt: «Auf der Universität habe ich gelernt, in Streitgesprächen meine Standpunkte zu vertreten. Das hat sooo gutgetan. Es war eine Befreiung. Ich liebe die Streitkultur.

Erschienen am: 
Montag, 1. Juni 2020

Joël von Mutzenbecher: «Gute Comedy wird immer überleben»

Foto: Lucia Hunziker

Als ich ihn zum ersten Mal sah, war er blutjung. Schlagfertig. Und kugelsicher im Schuss.

Dazu: KEIN GRAMM LAMPENFIEBER!

Wir standen hinter der Bühne. Ich dachte: «Was willst du mit Haar ausfall, zwei Plattfüssen und bald in Rente mit diesem Schnösel auf der Bühne?!»

Zehn Minuten später hipphoppte ich mit Joël von Mutzenbecher auf den Brettern herum.

Erschienen am: 
Samstag, 30. Mai 2020

Vom Zeitungssterben und Journalisten von damals...

Illustration: Rebekka Heeb

«Die Zeitung wird immer dünner...», müffelt Innocent. Und wäffelt gleich nach: «Dieser Mist, den ich heute zum Lesen bekomme - ganz dünn!» Er ist einer derjenigen, der noch dem guten, alten Blätterwald nachtrauert - einem Wald, der noch keinen medialen Borkenkäfer und auch keinen Virussturm kannte. Der dichte Zeitungswald breitete sich in Innocents Jugendjahren links wie rechts aus.

Erschienen am: 
Dienstag, 26. Mai 2020

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