Basler Zeitung

Vom Baum mit dem Engelshaar

Illustration: Rebekka Heeb

Bereits eine Woche vor dem Heiligen Abend wurde die grosse Stube verrammelt. Mein Vater, stahlharter Mann mit dem Macho-Gehabe eines Silberrückens, wurde in den Adventswochen zum kleinen Buben, der mit verklärten Augen im Versteckten aus den Gutzibüchsen stibitzte.

Erschienen am: 
Dienstag, 22. Dezember 2020

Miriam Baumann-Blocher: «Ich brauche keine Villa»

Miriam Baumann-Blocher. Foto: Lucia Hunziker

Die einen verwerfen die Hände: «BLOCHER? UMSHIMMELSGOTTSWILLEN!»

Sie haben Miriam Baumann nie gesehen. Sie reden drauflos. Und betonieren einfach zu.

Die andern schwärmen: «Die Blocher-Tochter? Baumann? Hat Basel gutgetan - sie ist so viel netter als ihr Vater. Viel süsser...»

Das mit der Süsse stimmt. Kommen wir noch darauf zurück.

Erschienen am: 
Samstag, 19. Dezember 2020

Vom Schenken und Beschenktwerden

Illustration: Rebekka Heeb

Beschenkt werden ist schön.

Schenken aber noch schöner.

DIE ANDERN MÜSSEN «ACH WIE WUNDERBAR!» JAUCHZEN. Auch wenn sie sich über den Porzellan-Engel, in dessen betenden Händen eine Duftkerze steckt, grün ärgern («Wo entsorge ich diesen Gräuel!?»). Aber wichtig: DIR hat der Engel gefallen.

DU hast dich gefreut, als du ihn erstanden hast. Der Laden besitzer war ebenfalls glücklich: Endlich war der Schmetter weg und brachte 45.50 in die Kasse.

HALLO: WAS WOLLT IHR NOCH MEHR - WEIHNACHTEN IST DAS FEST DER FREUDE.

Erschienen am: 
Dienstag, 8. Dezember 2020

Von der wunderbaren Adventszeit und Weisswurst-Fingern

Illustration: Rebekka Heeb

SIE KONNTEN EINEM DIE VORFREUDE WIRKLICH VERMIESEN! Von wegen froher Advent! Wir mussten jeden Tag ein kleines «Könzärtli» üben. Im Quartett. Meine Mutter spielte die zweite Geige. Ich nagte an der Flöte. Rosie blies sich am Fagott die Lunge raus. Tante Irmi vergriff sich an der Oboe: UND DIES ALLES HÄTTTE «STILLE NACHT» GEBEN SOLLEN!

Erschienen am: 
Dienstag, 1. Dezember 2020

Von mystischen Engeln und einem naiven Maler

Illustration: Rebekka Heeb

Engel sind nicht immer solche. Das hat schon die Kembserweg-Omi gemerkt: «Engels gesichtchen - Teufelskrallen!» war ihr Lieblingsspruch. Sie selber hatte kein Engelsgesichtchen. Sie kam da eher nach einem Schwergewichtsboxer... die Nase war platt... die Lippen aufgeschwollen (und dies zu einer Zeit, als Botox nur gegen Mistkäfer eingesetzt wurde).

Erschienen am: 
Dienstag, 24. November 2020

Von einem Mann, der nicht «mein Mann» ist, und Muffensausen

Illustration: Rebekka Heeb

«...UND BRINGEN SIE DOCH IHREN MANN MIT!»

Ich bin nur Fragezeichen. ERSTENS HABE ICH KEINEN MANN. Und zweitens könnte ich den ja nicht wie einen Hund einfach an jeden Hühnerscheiss mitschleppen. Herr Innocent knurrt doch schon, wenn er den Abfall für mich trennen muss! UND ER IST NICHT DAS, WAS ICH «MEINEN MANN» nennen würde. «Mon Cauchemare» - ist die treffendere Variante.

Erschienen am: 
Dienstag, 17. November 2020

Vom Schreckensszenario ohne Internet und Kläuschens Ovid

Illustration: Rebekka Heeb

Innocent schaut auf sein Handy. Es ist der Blick eines Dackels vor der Metzgerei: «...UND ICH DARF NICHT HINEIN!»

Innocent ist der Hund. Das Handy die unerreichbare Wurst. Denn wieder einmal ist der Internet-Empfang ausgefallen. Gejammer (ähnlich wie der Dackel, der grässlich aufheult, weil ihm das Paradies verwehrt ist): «Wir haben keinen Empfang!»

Erschienen am: 
Dienstag, 10. November 2020

Von Genen, Fettzellen und explodierenden Knöpfen

Illustration: Rebekka Heeb

Es ist ungerecht. Die totale Fehlkonstruktion von oben - ein göttlicher Griff in die Wühlkiste. WEISS DER TEUFEL WELCHE WETTE ER DA OBEN VERLOREN HAT! DA GIBT ES MENSCHEN AUF DIESER WELT, DIE FUTTERN SICH DURCH SCHWEINEHAXEN UND VIER MERINGUES AM TAG. SIE SIND BRANDMAGER. Daneben lässt ER diejenigen auf die Erde los, die als Dauer-Busse für irgendeine Untat an einer Möhre nagen. DIESE NAGENDEN UNGLÜCKSHÜHNER WERDEN RUNDER UND RUNDER WIE DIE ZUCKERWATTE AM STIEL... (Okay. Die mit den Möhren haben immer eine kleine Torte im Eiskasten.

Erschienen am: 
Dienstag, 3. November 2020

Kindersprüche, Parfums und Finken, die stinken

Illustration: Rebekka Heeb

Nein - ich will da keiner Nation zu nahe treten. Aber man sagt, die Franzosen würden es mit der Reinlichkeit an und für sich nicht so zackig nehmen. SPEZIELL AN So etwas kann ich hier nicht wirklich unterschreiben.

Meine gute Annick aus Mittelfrankreich schrubbt zwar weniger an sich - aber die Steinböden wie keine Zweite! Da sieht man gerne über alles andere hinweg.

Erschienen am: 
Dienstag, 27. Oktober 2020

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