Basler Zeitung

Von den vielen Nullen und der Nulldiät

Illustration: Rebekka Heeb

10 Kilo!

Doktor Füssli hat meine Flossen begutachtet:

«10 Kilo müssen mindestens runter. Sonst kann ich das nicht reparieren…»

Ja, wie stellt sich der das vor?!

ÜBERHAUPT – DIE ANDERN WISSEN IMMER GANZ GENAU, WIE DAS GEGENÜBER ABSPECKEN KÖNNTE!

«Sauf ein Glas Wein STATT IMMER DIESEN GRÄSSLICHEN HIMBEERSIRUP!» (Innocent)

«Lass einfach die Dickmacher weg!» (meine studierte Freundin Maria)

ABER WAS S I N D DICKMACHER?

Ich muss eine Gurke nur anschauen und bin schon im neunten Monat.

Erschienen am: 
Dienstag, 11. September 2018

Duweisstschon

Hildi schepperte mit der Kaffeekanne. Sie hielt nichts von diesen modernen Kapsel-Espressi.

NEIN. Der Mittagskaffee musste aus voller Kanne kommen. Und dazu die «Dätli», wies hier in ihrer Heimatstadt hiess.

«Wo sind die Mohrenköpfe?»

LANGES, GEREIZTES SCHWEIGEN. Dann Hildi (ziemlich dezidiert):

«ICH MÖCHTE SO ETWAS NICHT MEHR HÖREN. EIN FÜR ALLEMAL, WALTI!»

Walter schoss einen Blick zur Decke: «HILDEGARD MATTMÜLLER – ICH REDE IN MEINEM HAUS NOCH IMMER, WIE ES MIR PASST! ALSO – WO SIND SIE?»

Erschienen am: 
Freitag, 7. September 2018

Vom Schweizer Brot und den anderen…

Illustration: Rebekka Heeb

Nein. Ich kriegs einfach nicht auf die Reihe.

Dabei sollte doch Brotbacken keine Hexerei sein.

IST ES ABER.

Und ich bin vermutlich die falsche Hexe dafür.

Meine Freundin Kathy hat mir erklärt: «Du Depp – du knetest zu stark!».

Alfred, ein Hobbykoch mit Gourmet-Stern, schüttelte den Kopf: «Du knetest das viel zu wenig durch!»

Arthur, mein Masseur und ein dreifach diplomierter Kneter walkte meine Bauchschwarten: «Du solltest überhaupt kein Brot essen – Brot macht dick!»

KEIN BROT?!

Erschienen am: 
Dienstag, 4. September 2018

Olivier Pagan: «Andere Zoo-Direktoren seufzen da neidisch»

Zu Tisch mit -minu

«Essen wir bei den Elefanten?»

Ja. Klar!

Es kommt schliesslich nicht jeden Tag vor, dass dich ein Gast zu seinen Hauselefanten einlädt.

Die meisten warten mit krummbeinigen Dackeln auf den Besuch. Es kann auch mal eine Flamingo-Gruppe im japanischen Garten oder eine dahingerollte Python neben dem Fernseher sein – das schon.

ABER ELEFANTEN IM HAUS?

So etwas kann nur Olivier bieten.

Olivier Pagan wartet beim Zolli-Eingang.

Erschienen am: 
Samstag, 1. September 2018

Familiensilber

Wally schaute seufzend auf die goldgelben Spitzen ihres Silberbestecks. Dann holte sie die Dose mit dem Tauchbad. Und verwünschte einmal mehr ihren Patenonkel Hubert. SO ETWAS WIE DIESES SILBERGESCHENK KONNTE NUR EINER TUNTE WIE HUBERT IN DEN SINN KOMMEN…!

Natürlich hatte sie ihren Paten gemocht. Er war skurril. Rauchte parfümierte Zigaretten. Und band sich rosaseidene Krawattenshawls um. KEIN ZWEIFEL – HUBERT WAR EINE SCHRILLE NUMMER!

ABER DAS MIT DEM SILBERBESTECK HÄTTE ER IHR ERSPAREN KÖNNEN.

Erschienen am: 
Freitag, 31. August 2018

Tenor Mauro Peter: «An Kritik wird man gross»

Mauro Peter mit -minu. (Foto zVg)

Es waren heisse Festwochen in Salzburg. Die Mozartkugeln schmolzen zur süssen Schoko-Schmiere.

Nur «Die Zauberflöte» in der Regie der US-Amerikanerin Lydia Steier, mit der die diesjährigen Festspiele in der Opernsparte eröffnet wurden, liess die Salzburger im 35-Grad-Sommer zu Eis erstarren.

In Leserbriefen, TV-Interviews und erzürnten Ausbrüchen auf den Social-Media-Kanälen, toben die Traditionalisten empört: «Zu Hife! Zu Hilfe! …was hat diese Amerikanerin mit dem Zauber unserer Flöte gemacht!»

Erschienen am: 
Dienstag, 28. August 2018

Von Männern als Weicheier und Arsen

Illustration: Rebekka Heeb

Er schreit wieder nach Quark.

Und ich stehe vor dem Arsenfläschchen.

Seit ein paar Wochen weiss ich, weshalb so viele alte Ehen geschieden werden.

Überdies besagt eine Studie, die von mir in Auftrag gegeben wurde: Die meisten Mordopfer dieser Welt sind nach Quark schreiende Ehemänner über 80! Und wie wir alle wissen: Auf Studien ist Verlass!

Nein.

NICHT JEDER IST EINE MUTTER TERESA.

UND NUR WENIGEN IST DIESES SANFTGÜTIGE LÄCHELN EINER FLORENCE NIGHTINGALE AUF DIE LIPPEN GEGEBEN.

Erschienen am: 
Dienstag, 28. August 2018

Bienenstich

Waltraud schrie. ZETERMORDIO.

Alex reagierte nicht. Er war Waltrauds ZETERMORDIO gewohnt.

«Ich könnte tot sein» – kam sie jammernd in sein Arbeitszimmer gestürzt. «DA IST EINE BIENE AM VORHANG!»

Auch diese Oper kannte er: «DAS DRAMA DER BIENEN!»

«Im Apothekerkästchen stehen zehn Fläschchen Gegenmittel, Waltraud – also brems runter…»

«Ich pfeife auf Gegenmittel… Wer weiss, ob die überhaupt etwas nützen… ICH WILL KEINE BIENE AN MEINEM VORHANG. GEHE HIN. UND TÖTE SIE…!»

Erschienen am: 
Freitag, 24. August 2018

Von zwei lädierten Kniescheiben und dem Personal

Illustration: Rebekka Heeb

Letztes Jahr: das Schambein angerissen.

Diesmal sind es die Scheiben.

JAMMERTAL. GESTÖHNE. UND GEWACKEL: «SO GEHT DAS NICHT WEITER!»

Vor allem: So geht Innocent nicht weiter!

O.K. – WIR HABEN JA ALLE UNSERE SCHEIBEN! DIE EINEN MEHR, DIE ANDERN WENIGER.

Aber bei Innocent sind es zwei. Und diese kann man rauchen.

Herr Siso, sein Arzt, zeigte es auf dem Röntgenbild: «DIE KNIESCHEIBEN SIND NUR NOCH BREI… DAS MÜSSEN WIR REPARIEREN!»

Also ab unters Messer!

Erschienen am: 
Dienstag, 21. August 2018

Konfitüre

«Es klebt alles, Hildi!» – Walter führte einen Eiertanz auf.

ER GING AUF ZEHENSPITZEN DURCH DIE KÜCHE. UND SCHAUTE, DASS SEIN NEUER TENNISPULLOVER MIT DEM KRUMMEN KROKODIL DARAUF KEINE KONFITÜRENSPRITZER ABBEKAM.

Natürlich war er dann doch zu nahe an der Pfanne.

Die Himbeeren-Marmelade blubberte hoch. Und spuckte wie ein Vulkan.

VOLLTREFFER.

Walter sah aus, als käme er direkt vom Schweineschlachten.

«JA LECK MICH DOCH…!» – er griff verbal immer in die unteren Schubladen, wenn seine Eier kochten!

Erschienen am: 
Freitag, 17. August 2018

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