Schnee

Als fünfjähriges Kind - UND WAS FÜR EIN TRAUMSCHÖNER BUB; DAS HANDGESTRICKTE MODELL FÜR JEDES WOLLHEFTCHEN. Mit 60 Monaten also kam ich erstmals in meinem Leben bewusst mit Schnee in Berührung.
Ich kann euch sagen: Es war der absolute Hammer!
Vater war der Lattentyp: Immer ein Liedchen und ein paar Skis drauf. Ebensolches Lebensgefühl wollte er auch seinem genetischen Nachfolger übertragen. Also wurden Winterferien gebucht.

Erschienen am: 
Montag, 15. Januar 2007

Schnarcher

Er schnarcht.
Und falls Sie mal neben so einer Säge stundenlang wach gelegen sind, werden Sie mit mir einig gehen: ES NERVT DICH KNÜPPELDICK!
Man steigt ins Bett. Gutenachtküsschen. Augen zu? UND DU DENKST NUR DAS EINE! Nein. Nicht das. Sondern: «Lieber Gott, mach dass ich vor ihm einschlafe... lieber Gott mach, dass ich vor ihm einschlafe... lieber Gott...»
DA SCHNARCHT ER AUCH SCHON.

Erschienen am: 
Montag, 9. Februar 2009

Schmusekater

Ilse zögerte. Das Inserat war viel versprechend. Aber das waren ja alle. Die Wirklichkeit: SCHUTT UND GRÖLL.
Er hatte sich den Titel «VERSCHMUSTER KATER» gegeben. Genauer: «VERSCHMUSTER KATER sucht liebevolles Kätzchen, das mit ihm die Milch teilt.»

Erschienen am: 
Montag, 24. Oktober 2005

Schmuckstück

Das einzige Schmuckstück, das die Kembserweg-Omi besass, war ein dünnes Silberkettchen, an dem ein Amulett baumelte. Das Täfelchen zeigte die heilige Barbara und deren gütiges Lächeln. Das Lächeln war gegen Gicht, saures Bier und Krampfadern.
Bei den Klunkern meiner Mutter rümpfte die Omi die Nase: «Alles viel zu protzig gefasst - solche Briller tragen sie nicht mal auf dem Strich?» Und Mutter gab ihr die Gemeinheiten hochkarätig zurück: «Wir können nicht alle fassungslos durchs Leben stampfen, liebe Anna!»

Erschienen am: 
Montag, 16. April 2007

Schmale Lippen

Erna schaute von der Kaffeetasse auf: «Hildi hat es jetzt auch machen lassen... » Walter wedelte gereizt mit der Zeitung? ein klares Zeichen, dass ihn die Resultate von Kitzbühel mehr interessierten als das, was Hildi machen liess. Erna liess nicht locker: «Zuerst die Augen... dann die Mundpartie... alles mit Spritzen!»

Erschienen am: 
Montag, 26. Januar 2009

Schlüssel-Erlebnis

Linus schob den letzten Paella-Bissen in den Mund.
Dann schaute er wehmütig aufs Meer: JA? ES WAREN PRÄCHTIGE TAGE GEWESEN! Sonne, Hotel, Nightlife? alles hatte gestimmt. Zuckerwattenleben eben.
Nun wartete wieder der elefantengraue Alltag als Sozialarbeiter. Es wartete seine Putzhilfe Müller, welche während der zwei Ferienwochen für die Geranien zuständig war. UND ES WARTETE DAS NEUE AUTO.

Erschienen am: 
Montag, 26. August 2013

Schlüssel-Erlebnis

Ich zielte auf die Fliege. Sie war in die «Laufener»-Pissoirschüssel eintätowiert.
Da spürte ich ihn neben mir. Und dachte: «Jetzt krieg ich den Gong: Das ist doch der Schily!»
Schily zielte auch.
Nun steht man ja nicht jeden Tag Schüssel an Schüssel neben einem pinkelnden Ex-Staatsminister. Und es ist mir wirklich noch nie passiert, obwohl ja jeder mal muss. Und alle sollten.
Aber der Fussball bringt eben doch die seltsamsten Menschen zusammen.
Hier also: Schily. Und mich.

Erschienen am: 
Montag, 10. Juli 2006

Schlager

Nichts! Wieder nichts.
ZUM FÜNFTEN MAL: WARME LUFT UND MILLIONEN VERDONNERT.
Dabei hat uns der Titel Gold versprochen: «Il pleut de l'Or». Der Goldregen fiel jedoch buchstäblich ins Wasser.
ABGESCHIFFT. DENN WIE JEDES JAHR: Switzerland? null Punkte.
Null Freunde. Null gar nichts. Zum Trost haben sie dann Lys Assia als Schweizer Chanson-Exportkäse aus der Gruft geholt. Und sie für eine Sekunde während der Vorentscheidung ins Eurovisions-Bild winken lassen!

Erschienen am: 
Montag, 31. Mai 2010

Schenken

Innocent zeigte sich an jenem frühen Adventmorgen sehr vernünftig.
Erstens wählte er Eisenkrauttee statt des üblichen Espressos. Zweitens verzichtete er auf die Wurst zum Zopf. Und drittens tätschelte er meine alte, abgeschaffene Hand väterlich: «Dieses Jahr: KEINE GESCHENKE! Wir sind ja keine Kinder mehr...» BITTE WIE?
BITTE WAS?
Der Tag ist versaut!

Erschienen am: 
Montag, 5. Dezember 2005

Samstagabend

Walter lümmelt vor dem Fernseher. Bierdose in der linken Hand. Beide Beine auf dem Anstelltischchen. Um ihn herum sind fröhlich Erdnüsse verstreut. Die zerstreuten Erdnüsschen sind allerdings das Fröhlichste in der Stube. Das Fernsehprogramm ist mies wie immer. Und Ilses Laune dito:
«NIMM DIE BEINE VOM TISCH!»
Walter schaut gebannt auf den Bildschirm. Hier fiebert man einem absoluten Höhepunkt entgegen. GOTTSCHALK SOLL VOM 7-METER-BRETT SPRINGEN!

Erschienen am: 
Montag, 11. Oktober 2010

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