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Dody Staehelin: «…und jammern hilft ja eh nix!»

Der Portier des Wiener Hotels Sacher blinzelt über den Brillenrand. Dann macht er Männchen: «Die gnädige Frau ist noch nicht eingetroffen… aber SIE kommt bestimmt sofort…»

Er beugt sich vor. Und vermeldet vertraulich: «SIE ist noch eine dieser letzten echten Damen. Mit Disziplin. Und mit der Pünktlichkeit einer Schweizer Uhr…»

Ich warte im grossen Salon. Als ich Dody Staehelin das «Sacher» vorschlug, sagte sie nur: «Fein. Auf dem roten Plüsch können wir ungestört plaudern…»

Ungestört?

Erschienen am: 
Samstag, 5. September 2015

Peter Knogl, "Koch des Jahres 2015": «Ich trage meine Seele in den Augen»

Köche sind speziell. ES SIND SENSIBLE MIMOSEN.

Sie sind für die Umwelt nicht immer einfach zu verstehen.

Ihre Welt ist die Küche. Viel mehr hat daneben nicht mehr Platz. Denn Kochen ist ein Beruf für Freaks.

UND EINE RUNDUMBERUFUNG.

Spitzenköche sind noch spezieller. Es sind Primadonnen. Ihre Namen werden von Hand auf das weisse Jacket eingestickt. Später tauchen die Schriftzüge dann als mondäne Labels auf Essig­flaschen, Gewürzmischungen und Hausmacherpasteten auf.

Erschienen am: 
Samstag, 8. August 2015

Felix Gutzwiller: «Ich bin ein grosser Verfechter des Milizsystems»

Er gibt mir noch eine E-Mail durch: «Vergiss die ID nicht!»

Pass? Für einen Trip von Adelboden nach Bern?

Nun gut. Man kann sagen, dass der Besuch des Bundeshauses immer eine Reise ins Unbekannte ist.

Dann Kopfzerbrechen: Was zieht man da überhaupt an? Ich meine: Bei der Königin waren Hut und Handschuhe Vorschrift.

Im Vatikan: kein Flecklein nackte Haut!

Im Bundeshaus?

Erschienen am: 
Samstag, 13. Juni 2015

Michael Goldberg: «Ich brauche Zeit, um heimkommen zu können»

Wir treffen uns zum Apéro im «Adlon».

Longdrinks. Auf exotischer Fruchtbasis.

Dazu Knabbernüsschen.

Ich hoovere die Schale alleine rein.

Michi Goldberg ist vernünftig: «Ein Schauspieler muss auf seine Gesundheit achten. Und auf seinen Körper. Es ist sein Material. Und sein Kapital…»

O. k. – das zweite Erdnussschälchen lasse ich stehen.

Erschienen am: 
Dienstag, 21. April 2015

Res von Graffenried: «Manchmal fehlt einem die Heimat eben»

Ich warte im Hotelgarten auf ihn. Um mich: Wagner in Gold. Wagner in Gips. Wagner in Öl. Wagner in Marzipan.

Bayreuth ist das Mekka der Wagnerianer. Einmal pro Jahr wirft sich auch Frau Merkel in ihr Rüschellanges. Sie packt das Handtäschchen. Winkt sich über den roten Teppich. Und singt die Polit-Walküre.

Als ich in den deutschen Blättern las: «Res von Graffenried – als neuer Bühnentechniker auf den Hügel berufen!», da wusste ich: JETZT HAT ER ES GESCHAFFT.

Erschienen am: 
Montag, 8. Dezember 2014

Luzius Sprüngli: Licht und Schatten der Schokoladenseite

Sprüngli? Dazu noch Zürich? Klar, dass man unwillkürlich an die Schokoladenseite der Limmatstadt denkt: Süssschaumige Luxemburgerli. Pralinés mit Paradiesfüllung. Quittenpästchen für den Weihnachtsteller.

Ich warte im «Baur au Lac» auf einen dieser Schokoladen-Nachkommen.

«Wir treffen uns im Garten. Der ist prächtig…» – hat Luzius Sprüngli gemailt. Und dann gleich mal einen Tisch gebongt.

Erschienen am: 
Samstag, 8. November 2014

Hans Wiedemann: «Wir sind einfach die ‹Palace›-Family…»

«Wir essen in der ‹Chesa›», sagt er am Telefon. «Ich lasse Sie am Bahnhof abholen…»

Hans Wiedemann ist ein Geniesser. Er hat alle Küchen dieser Welt gesehen. Hat bei Königen, Maharadschas und chinesischen Militärobersten diniert.

So einer überlässt seinen Bauch nicht dem Zufall.

«Sie können da unsere Fische ausprobieren. Der Koch angelt sie hier aus dem See. Und viele unsere Gäste angeln mit ihm…»

Erschienen am: 
Samstag, 11. Oktober 2014

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