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Markus Somm: «Ich? Streitsüchtig? Nur diskussionsfreudig!»

Zu Tisch mit -minu: Markus Somm

Wir haben den Tisch hinten. Ganz hinten. Der Chef de Service lacht verschwörerisch: «Da kann er alles beobachten. Und hat doch seine Ruhe…»

Na ja – diese Ruhe wird Markus Somm jetzt ohnehin haben. Auch wenn er nicht mehr am hinteren Tisch hockt.

Vermutlich ist dies sein letzter Besuch in der «Kunsthalle» – zumindest für einige Monate.

Viele Basler atmen durch. «ENDLICH! WURDE ABER AUCH ZEIT…»

Sie hätten ihn am liebsten wie einst die Hexen der Stadt im Rhein ersäuft. Oder aufs Feuerrad geflochten.

Erschienen am: 
Samstag, 16. Februar 2019

Helmut Hubacher: «Basel war Liebe auf den ersten Blick!»

Zu Tisch mit -minu: Helmut Hubacher

Er ist schwer zu erreichen. Auf dem Telefonapparat spricht der Beantworter. Auf der Faxmaschine pfeift es schrill.

Also lasse ich Tonnen von Papier durch: «KÖNNEN WIR ZUSAMMEN ESSEN?»

Dann endlich – seine Stimme am Hörer: «Klar. In der Kunsthalle. Ich esse aber mittags nur wenig. Gut frühstücken, ja. Und abends schlagen wir nochmals zu. Mit Apéro. Und allem Gemütlichen. Aber mittags: bescheiden!».

Erschienen am: 
Sonntag, 20. Januar 2019

Die Hollmanns: «Das ist m e i n e Geschichte!»

Zu Tisch mit -minu

Wir warten vor der Beiz.

Der französische Kellner gönnt sich eine Zigaretten-Pause. Dann stupft er mich: «Dort – sie sind schon speziell – ein skurriles Paar!»

Hans Hollmann geht voran – eine Mischung aus Fledermaus und Wiener Kutscher. Sein weiter Münchner Lodenfleck weht wie die Olympia-Fahne.

Dann: Reinhild Solf. Noch immer eine Frau, die durch Schönheit und Klasse besticht. Und der – als sie in der TV-Serie «Die Buddenbrooks» die Toni spielte – die Männerwelt (und auch einige Frauen) zu Füssen lagen.

Erschienen am: 
Samstag, 1. Dezember 2018

Olivier Pagan: «Andere Zoo-Direktoren seufzen da neidisch»

Zu Tisch mit -minu

«Essen wir bei den Elefanten?»

Ja. Klar!

Es kommt schliesslich nicht jeden Tag vor, dass dich ein Gast zu seinen Hauselefanten einlädt.

Die meisten warten mit krummbeinigen Dackeln auf den Besuch. Es kann auch mal eine Flamingo-Gruppe im japanischen Garten oder eine dahingerollte Python neben dem Fernseher sein – das schon.

ABER ELEFANTEN IM HAUS?

So etwas kann nur Olivier bieten.

Olivier Pagan wartet beim Zolli-Eingang.

Erschienen am: 
Samstag, 1. September 2018

Tenor Mauro Peter: «An Kritik wird man gross»

Mauro Peter mit -minu. (Foto zVg)

Es waren heisse Festwochen in Salzburg. Die Mozartkugeln schmolzen zur süssen Schoko-Schmiere.

Nur «Die Zauberflöte» in der Regie der US-Amerikanerin Lydia Steier, mit der die diesjährigen Festspiele in der Opernsparte eröffnet wurden, liess die Salzburger im 35-Grad-Sommer zu Eis erstarren.

In Leserbriefen, TV-Interviews und erzürnten Ausbrüchen auf den Social-Media-Kanälen, toben die Traditionalisten empört: «Zu Hife! Zu Hilfe! …was hat diese Amerikanerin mit dem Zauber unserer Flöte gemacht!»

Erschienen am: 
Dienstag, 28. August 2018

Freddy Burger: «Ich bin der Freddy aus Schwamendingen»

Beim Zürcher Bahnhof stehen die Taxis Schlange.

Ich hüpfe ins erste.

Der Taxichauffeur ist nett. Aber neu.

Er kennt Ankara. Aber nicht den «Hitzigweg 15».

«Wir finden das», strahlt er.

Natürlich findet er es nicht.

ANRUF BEI DER ZENTRALE: «WO SEIN SONNENBERG?!»

Man hört männliches Genuschel.

Dann schaut der freundliche Türke erschrocken. «Mann an Zentrale sagen, sei fast in Himmel…»

Erschienen am: 
Samstag, 12. Mai 2018

Vrone Burckhardt - Wenn die Zeit eine Atemlänge stehen bleibt

Für einen Moment scheint die Welt im Lokal stillzustehen.

Das Tellergeklapper der weissbekittelten Kellner erstarrt.

Die Gespräche an den Tischen verstummen.

Man hört nur ein leises Klirren der Murano-Zapfen an den zwei grossen Lüstern.

«La Grande Dame de Bâle» hat ihren Auftritt: ein bisschen ist es Dürrenmatts alte Dame bei der Ankunft in Güllen, ein bisschen Kaiserin «Elisabeth» («die habe ich im Schultheater gespielt!»).

Aber immer füllt sie den Raum – wie hier die Stube bei «Donati».

Erschienen am: 
Samstag, 21. April 2018

Roger Diener: «Die Stadt ist ein grandioses Kunstwerk»

Er hat sich das «Donati» gewünscht.

«Einen Tisch, wo wir ungestört sind. Ich bin nicht unbedingt der Beizen-Typ.»

Nun sitze ich vor den leeren Tellern. Und warte. Dabei gehe ich nochmals die verschiedenen Recherchen durch. Er ist Preisträger. Viele Male wurden seine Bauten ausgezeichnet. 2011 erhielt er die Heinrich-Tessenow-Medaille. Na ja, das ist so etwas wie ein Oscar in der Architektur.

Erschienen am: 
Samstag, 24. März 2018

Martin Suter: «Ich suche Geschichten. Überall»

Martin Suter 2014 (Foto: Wikipedia CC0 1.0)

Der Chef de Service hockt im dunklen Anzug hinter dem Pult. Er ist der Wachhund der heiligen Hallen. Mit scharfem Blick kontrolliert er, wer da alles reinkommt.

VOR ALLEM: WER REINDARF!

«Herr Suter wartet an seinem Tisch…», sagt er nun.

Es ist ein klares Zeichen des Erfolgs: Denn wer hat schon seinen eigenen Tisch in der Zürcher Kronenhalle?

Martin Suter schon.

Er ist der meistgelesene Schweizer Schriftsteller – seis bei uns. Seis im Ausland.

Erschienen am: 
Samstag, 24. Februar 2018

Pia Fischer: «Hier lebe ich. Hier arbeite ich. Hier bin ich»

Stoff-Magierin Pia Fischer

«Eisenacherstrasse?» – der Taxifahrer ist etwas ratlos: «WO ISS?»

Das zumindest unterscheidet Berlin nicht von Basel.

«BERLIN-SCHÖNEBERG», sage ich.

20 Minuten später kurven wir durch ein Quartier, das eher grau als bunt ist: Bauten aus den Gründerjahren. MANCHMAL ETWAS AUFGERÜSCHTER JUGENDSTIL.

Und immer wieder Fassaden, die einmal schön waren. Und ziemlich schlampig umgebaut wurden.

NA JA – SO ÄHNLICH WIE BEI UNS AUCH.

Erschienen am: 
Montag, 5. Februar 2018

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