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Severin Schwan - CEO Roche: «Man muss einfach sich selber sein»

zVg - Foto: Bruno Caflisch

Wo treffen wir uns?

«‹Brauerei›» – mailt die Sekretärin. Und: «Er nimmt noch seinen Pressesprecher mit…»

Die meisten kommen mit Blumen. Herr Schwan mit Feldhaus, seinem Kommunikationsleiter.

Ist mir auch recht. Hauptsache, er kommt. Denn der grosse Schwan hat gewiss Gescheiteres auf der Liste, als mit einer Zeitungs-Ente zu lunchen.

Ich bin zu früh – wie immer. Das macht die Nervosität. Denn: «Ich möchte keine privaten Fragen» – das hat er mir schon klipp und klar elektronisch durchgegeben.

Erschienen am: 
Samstag, 25. Februar 2017

Gastronom Hans Richard: «Erzähl das nicht in Adelboden»

«Berlin war für junge Künstler das Mekka...»

Er ist Adelbodner.

Das oberländisch Schlaksige ist ihm geblieben:

Etwas introvertiert.

Scheu.

Skeptisch.

Es braucht seine Zeit, um mit Hans Richard warm zu werden. Ein Adelbodner eben. Und dies im Kiez von Berlin.

Natürlich kenne ich das Oberländer Hotel, in dem er aufgewachsen ist. Und das zu meiner Jugendzeit nur noch durch das «Palace» übertrumpft wurde.

Erschienen am: 
Samstag, 28. Januar 2017

Hanspeter Müller-Drossaart: «Stress ist nun mal mein Leben»

Man hört ein feines Surren.

Der Rollstuhl gleitet lautlos wie ein Mondmobil durchs Zimmer.

Der Mann im rollenden Sessel bewegt nur die Augen. Er ist querschnittsgelähmt. Und hält den Blick auf seinen Diener gerichtet.

Ruf vom Regiepult: «…Hanspeter, dein linker Fuss! DU HAST IHN WIEDER BEWEGT!»

Hanspeter Müller-Drossaart erhebt sich seufzend aus dem Rollstuhl: «Also einfach ist das nicht…»

Erschienen am: 
Samstag, 10. September 2016

Anton Mosimann: «Meine Sterne trage ich im Herzen»

Er joggt um die Ecke.

Kleiner, als ich ihn in Erinnerung hatte.

Und drahtig. Schlank. Agil.

BENEIDENSWERT.

Dabei hat er im nächsten Februar auch die 70 auf dem Tacho – 70 Jahre in, um und für die Küche. DIE MOSIMANN KÜCHE. Und somit: königliche Kochkunst auf höchstem Level.

Immerhin haben ihn die Buckinghams für seinen «neuen Wind, den er in die britischen Pfannen geblasen hat», ausgezeichnet.

Und Queen Mum erklärte seinen Herd als «the only place you can eat fish and chips!»

Erschienen am: 
Samstag, 20. August 2016

DJ Antoine: «Ich lebe nicht mehr auf der rosa Wolke»

Seine Visitenkarte ist schwarz – na ja wie ein japanischer Grabstein...

Mit Goldschrift.

Das Ganze kommt nicht etwa in kommunem Karton daher. Es hat die harte Konsistenz einer Kreditkarte. Und spielt in der verspielten Art eines 10'000-Dollar-Jetons von Las Vegas.

Die Visitenkarte ist also speziell. Und der Gast ist es auch.

Meine Erwartungshaltung: Kommt er? Kommt er nicht?

Immerhin hat er den Termin etwa drei Jahre lang hinausgezögert. Ein langes Vorspiel für einen DJ.

Erschienen am: 
Samstag, 9. Juli 2016

Thomas Bucheli: «Ist das nicht eine Idylle?»

Der Navigator spinnt.

Ich habe «RICHENSEE 5» einge­geben.

Jetzt bellt mich das Kistchen im Luzernischen herum.

Vermutlich hätte ich ganz einfach «THOMAS BUCHELI» eintippen sollen.

Den kennen alle. Auch die Navigatoren. Denn die Wetterfrösche von heute sind die himmlischen 007-Agenten von morgen: Dauerbrenner auf dem Bildschirm.

Thomas Bucheli ist einer von ihnen. Mehr: Er ist der Boss. Und das berühmteste «Meteo»-Hoch auf dem Schweizer Fernsehkanal.

Erschienen am: 
Samstag, 23. April 2016

Pepe Lienhard: «Bei mir war das Aha-Erlebnis Frank Sinatra»

Eigentlich hätte es Burger werden sollen, Freddy Burger – Helvetiens Top- Manager der Unterhaltungsszene.

Dann Telefon: «Geht nicht. Termin in London. Nicht zu schieben … ich schicke dir Pepe! Er wird 70. Ist doch was …»

Die Reservation in der «Bodega» blieb eingetragen: «12.00 – erster Stock.»

Aldo, die gute Seele mit der Zunge einer Klapperschlange, faucht uns ins Gewissen. «Wie lange bist du nicht mehr bei uns gewesen?! Der erste Stock wird nur abends geöffnet.»

Erschienen am: 
Samstag, 12. März 2016

Mike Müller: «Müssen wir immer von meinen Kilos reden?»

Nein. Privates mag er nicht breittreten. Gott – das wird dann aber verdammt schwierig.

IMMERHIN IST ER DER BEKANNTESTE HERR MÜLLER DER SCHWEIZ…

So etwas wie Arthur Miller aus Olten – aber über Arthur Miller wusste die Welt so einiges. ÜBER MIKE MÜLLER WEISS SIE NICHTS. Nur dass die Frauen hyperventilieren, wenn sie ihn sehen. Dass Mike Shiva über ihn orakelte: «Der wird mal ganz, ganz gross (was ja bei seiner Kleidergrösse leicht voraussehbar war) und er spielt mich besser als ich mich selber.»

Erschienen am: 
Montag, 4. Januar 2016

Jennifer Mulinde: «Dann sehen sie mich – die schwarze Helvetia»

«Röschti-Bar?»

Die Berliner Taxifahrerin schüttelt unwillig den Kopf: «Det kenn ich nicht.»

Wir stottern in ihrem klapprigen Opel durch Berlin Kreuzberg: Kebab-Buden … viel schrilles Jungobst …grüne, blaue, rosa Mähnen… Tattoo-Studios… die bröckelnden Mauern voll von Graffiti: FUCK YOU!

«Es ist ein kultureller Treffpunkt…», versuche ich es.

«Det is schrill», lacht die Rothaarige am Steuer. «Uf Kultur machn s hier alle…»

Erschienen am: 
Montag, 7. Dezember 2015

Rolf Wirth: «Ich sage immer, was ich denke»

«Wir essen auf der Terrasse – einver­standen?»

Mehr als okay.

Denn die Terrasse gilt als die schönste in Rom.

Es ist ein Paradiesgarten hoch im Himmel des «Victoria» – nur armweit von der Aurelianischen Mauer entfernt.

Vom Pincio her weht der Ponentino, die römische Brise. Und unter den keuschweissen Rosen, üppigen Bougainvilleen in der Farbe von violetten Kardinalsroben vergisst jeder die Hektik, welche Rom zum Chaos macht.

Erschienen am: 
Samstag, 10. Oktober 2015

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