Mimpfeli

Die Mimpfeli erscheinen immer am Dienstag im Kulturmagazin der BaZ.

Es gibt keine Päckli mehr.

Es gibt auch keine verschickten Ansichtskarten mehr. Die hatten doch immer ein Kreuz über dem Hotelfenster: «HIER WOHNEN WIR.»

Und das letzte Telegramm hat Onkel Alphonse an der Hochzeit der Mutter meines fitten Vetters verlesen.

24.07.2018

«SIE SIND WIEDER DA!»

Innocent sitzt auf dem Bettrand.

Er hat noch den Apnoe-Schlauch auf der Nase. Und so sieht er stets aus wie ein kleiner Plastik-Elefant – zum Knuddeln, sag’ ich euch!

Er streift die Atemmaske ab. Der Schlauch lässt einen letzten, langen Furz.

17.07.2018

ES IST ÜPPIG.

Alles ist üppig auf Salina: die Kapern, gross wie Pflaumen.

Mit einer Hibiskusblüte deckst du die halbe Insel.

Und mit den Oliven kannst du spielend auf die Bocciabahn.

DAS PROBLEM: DIE INSEL IST KAUM SCHUHSCHACHTELGROSS.

10.07.2018

Es musste Salina sein.

Und dort der schickste Kasten!

INNOCENT KOMMT INS VIBRIEREN: «Es gibt dort auf dem Campingplatz ein Gästehaus erster Güte…»

DANKE.

Man duscht in solchen Gästehäusern stets gemeinsam im Badesaal.

03.07.2018

Alle gingen ans Meer.

Alle hatten es in den salzigen Wellen getrieben.

Alle redeten vom Gelato in Italien.

Nur bei mir: null. Nada. Niente.

MEINE FERIEN WAREN DAS FURGGI IN ADELBODEN. UND TONNEN VON HAUSGEBRAUTEM LINDENBLÜTENTEE.

26.06.2018

WIR HABEN WÖLFE!

Innocent hat sie als Erster entdeckt.

Er sass bei seinem Abendschoppen. Köpfte ein zweites Fläschlein. Und strich sich über die runzligen Augensäcke. Dann streckte er die Hand nach meiner aus: «Pssst! Beweg dich nicht …»

19.06.2018

In naiven Tantenträumen habe ich mir das immer so vorgestellt:

Grosse Auffahrt zum Schloss.

Vorfahren mit der hochradigen Familienkutsche.

12.06.2018

Als kleiner Bub trieb ich es bunt.

DAS HAT BEREITS IN DER WIEGE ANGEFANGEN!

05.06.2018

Die wunderbarsten Dinge im Leben passieren, wenn man sie nicht erwartet.

BEI MIR WAR ES DAS DING MIT DEM MAIKÄFER.

Also.

Ich suche nach einem Abfallkorb.

29.05.2018

Ich packe.

Packen ist stets ein bisschen sterben: «Partir – c’est toujours mourir un peu», hat Mutter jeweils im dramatischen Ton einer Eleonora Duse das Gedicht von Haraucourt rezitiert.

22.05.2018

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