Von Snoopy im Tumbler und Chanel N° 5

Illustration: Rebekka Heeb

Ganz fest drückte ich meinen Liebsten an mich.

Sein Kopf lag unter meinem Arm. Sein Bauch auf meiner Nase.

«ER STINKT GEWALTIG!», musste Innocent die Idylle stören. «ZEIT, DASS DU IHN WIEDER MAL WÄSCHST!»

Fünf Stunden später war mein Herzblatt im Tumbler eingeklemmt. NICHTS GING MEHR.

Noch habe ich dieses schreckliche, dumpfe «BLUMM… BLUMM» in den Ohren, wenn sein dicker Bauch an die Trommel knallte. Und danach: ALARMPIEPSER!

«Innocent!»

Er kommt herbeigeeilt.

Erschienen am: 
Dienstag, 22. Januar 2019

Helmut Hubacher: «Basel war Liebe auf den ersten Blick!»

Zu Tisch mit -minu: Helmut Hubacher

Er ist schwer zu erreichen. Auf dem Telefonapparat spricht der Beantworter. Auf der Faxmaschine pfeift es schrill.

Also lasse ich Tonnen von Papier durch: «KÖNNEN WIR ZUSAMMEN ESSEN?»

Dann endlich – seine Stimme am Hörer: «Klar. In der Kunsthalle. Ich esse aber mittags nur wenig. Gut frühstücken, ja. Und abends schlagen wir nochmals zu. Mit Apéro. Und allem Gemütlichen. Aber mittags: bescheiden!».

Erschienen am: 
Sonntag, 20. Januar 2019

Der Kutscher

Rosario zog an seinem Toscano. Der Stumpen war längst erloschen.

«Wie ich», dachte der Kutscher bitter. Der Zoff mit Sohn Carlo hatte ihm erneut eine schlaflose Nacht verschafft.

Sein Sohn wollte, dass der Alte endlich mit der Kutsche aufhöre.

ROSARIO WOLLTE DAS NICHT.

Ein Leben lang hatte er Gäste mit Lara durch Rom gekutscht.

Es war ein gutes Leben gewesen.

«Du und Lara seid zu alt für den Job, Papa …», hatte Carlo getobt.

Klar. Der Junge hatte nie in seine Fussstapfen treten wollen.

Erschienen am: 
Freitag, 18. Januar 2019

Von Rotkäppchen und Karl Marx

Illustration: Rebekka Heeb

Märchen haben meine Kindheit verzaubert. Ich war süchtig danach. Psychologen würden behaupten, dass meine Kindheit märchenhaft war. Auch mädchenhaft.

Aber vermutlich waren die Geschichten von Prinzessinnen, die Frösche küssten und dafür einen feschen Kerl bekamen, die Flucht in eine Welt, in der mir wohler war.

Erschienen am: 
Dienstag, 15. Januar 2019

Mary Poppins

Lore schaute zum Himmel.

Dann aufs Meer.

GRAU OBEN.

GRAU UNTEN.

«Grauenvoll», seufzte Lore.

Sie hatte den trüben Januar fliehen wollen. Und Sonne in der Toskana gebucht.

ABER: Die Sonne lässt sich nicht buchen.

Immerhin – der Hotel-Portier versucht gut Wetter zu machen: «Buon giorno, bella donna!»

Lore wusste: Fake News! Sie ging gegen 80. Hatte Runzeln wie ein liegengebliebener Apfel.

UND GICHTSCHÜBE!

Was nun?

Erschienen am: 
Freitag, 11. Januar 2019

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