Familiensilber

Wally schaute seufzend auf die goldgelben Spitzen ihres Silberbestecks. Dann holte sie die Dose mit dem Tauchbad. Und verwünschte einmal mehr ihren Patenonkel Hubert. SO ETWAS WIE DIESES SILBERGESCHENK KONNTE NUR EINER TUNTE WIE HUBERT IN DEN SINN KOMMEN…!

Natürlich hatte sie ihren Paten gemocht. Er war skurril. Rauchte parfümierte Zigaretten. Und band sich rosaseidene Krawattenshawls um. KEIN ZWEIFEL – HUBERT WAR EINE SCHRILLE NUMMER!

ABER DAS MIT DEM SILBERBESTECK HÄTTE ER IHR ERSPAREN KÖNNEN.

Erschienen am: 
Freitag, 31. August 2018

Tenor Mauro Peter: «An Kritik wird man gross»

Mauro Peter mit -minu. (Foto zVg)

Es waren heisse Festwochen in Salzburg. Die Mozartkugeln schmolzen zur süssen Schoko-Schmiere.

Nur «Die Zauberflöte» in der Regie der US-Amerikanerin Lydia Steier, mit der die diesjährigen Festspiele in der Opernsparte eröffnet wurden, liess die Salzburger im 35-Grad-Sommer zu Eis erstarren.

In Leserbriefen, TV-Interviews und erzürnten Ausbrüchen auf den Social-Media-Kanälen, toben die Traditionalisten empört: «Zu Hife! Zu Hilfe! …was hat diese Amerikanerin mit dem Zauber unserer Flöte gemacht!»

Erschienen am: 
Dienstag, 28. August 2018

Von Männern als Weicheier und Arsen

Illustration: Rebekka Heeb

Er schreit wieder nach Quark.

Und ich stehe vor dem Arsenfläschchen.

Seit ein paar Wochen weiss ich, weshalb so viele alte Ehen geschieden werden.

Überdies besagt eine Studie, die von mir in Auftrag gegeben wurde: Die meisten Mordopfer dieser Welt sind nach Quark schreiende Ehemänner über 80! Und wie wir alle wissen: Auf Studien ist Verlass!

Nein.

NICHT JEDER IST EINE MUTTER TERESA.

UND NUR WENIGEN IST DIESES SANFTGÜTIGE LÄCHELN EINER FLORENCE NIGHTINGALE AUF DIE LIPPEN GEGEBEN.

Erschienen am: 
Dienstag, 28. August 2018

Bienenstich

Waltraud schrie. ZETERMORDIO.

Alex reagierte nicht. Er war Waltrauds ZETERMORDIO gewohnt.

«Ich könnte tot sein» – kam sie jammernd in sein Arbeitszimmer gestürzt. «DA IST EINE BIENE AM VORHANG!»

Auch diese Oper kannte er: «DAS DRAMA DER BIENEN!»

«Im Apothekerkästchen stehen zehn Fläschchen Gegenmittel, Waltraud – also brems runter…»

«Ich pfeife auf Gegenmittel… Wer weiss, ob die überhaupt etwas nützen… ICH WILL KEINE BIENE AN MEINEM VORHANG. GEHE HIN. UND TÖTE SIE…!»

Erschienen am: 
Freitag, 24. August 2018

Von zwei lädierten Kniescheiben und dem Personal

Illustration: Rebekka Heeb

Letztes Jahr: das Schambein angerissen.

Diesmal sind es die Scheiben.

JAMMERTAL. GESTÖHNE. UND GEWACKEL: «SO GEHT DAS NICHT WEITER!»

Vor allem: So geht Innocent nicht weiter!

O.K. – WIR HABEN JA ALLE UNSERE SCHEIBEN! DIE EINEN MEHR, DIE ANDERN WENIGER.

Aber bei Innocent sind es zwei. Und diese kann man rauchen.

Herr Siso, sein Arzt, zeigte es auf dem Röntgenbild: «DIE KNIESCHEIBEN SIND NUR NOCH BREI… DAS MÜSSEN WIR REPARIEREN!»

Also ab unters Messer!

Erschienen am: 
Dienstag, 21. August 2018

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