Vom Wunsch, ein Buch zu schreiben, und von der rosa Seekuh...

Illustration: Rebekka Heeb

Vor über 50 Jahren hat Bill Ramsey die Schlagerwelt aufgemischt. Er beklagte sich 1962 musikalisch über seine Mimi: Die ging ohne Krimi nie ins Bett.

Jetzt würde Bill wohl singen: «Ohne Handy geht bei Andy einfach nichts...». Na ja - ungefähr so.

Die Buchhändler klagen. Und die Verleger mit ihnen: Kein Mensch liest heute mehr als 6 Zeilen!

Okay. Kann man so nicht verallgemeinern.

Es gibt auch heute noch Leseratten. Bücherwürmer. Krimi-Schmökerer.

Erschienen am: 
Dienstag, 19. November 2019

Anne-Käthi und ihre Welt

Anne-Käthi Sarasin wartete auf das Tram.

Sie nahm immer das Tram. Autos konnten es ihr nicht.

Im Übrigen hatte Anne-Käthi nie einen Führerschein gemacht. Zu ihrer Mädchenzeit fuhren junge Frauen n i c h t selber Auto.

DESHALB ALSO BIS HEUTE: K E I N E STRASSENKUTSCHE. Und dies: obwohl sie sich tausend Limousinen und nochmals so viele Chauffeure hätte leisten können.

Anne-Käthi Sarasin war reich. Stinkreich. Und unauffällig.

Erschienen am: 
Freitag, 15. November 2019

Von fehlenden Koffern und einem Nacktbad

Illustration: Rebekka Heeb

«Wir warten aufs Gepäck - in zwei Stunden sind wir bei dir.»

DAS IST KITTY. UND KITTY IST EINE MEINER ÄLTESTEN FREUNDINNEN.

Viele würden sie als etwas «herb» bezeichnen. Scheint aber nur so. Im Grunde genommen ist sie weich wie eine reife Pflaume. Sie gibt sich als stählerne Kratzbürste. Kenner aber merken bald: alles nur Theater. Wer sie je mit einem Krokodil schmusen sah, weiss: «Die Bürste hat ein Herz aus Gold!»

Und jetzt also: «...schlachte schon mal die Sau!»

Erschienen am: 
Dienstag, 12. November 2019

Die goldene Kutsche

Dora stand vor dem Karussell.

Schwäne tanzten an ihren leuchtenden Augen vorbei. Weisse und schwarze Pferde schwebten an einer goldenen Stange auf und ab.

Und da war auch die goldene Kutsche mit den grossen Rädern.

ALS KIND HATTE DORA STETS DAVON GETRÄUMT, IN DIESER GOLDKUTSCHE SITZEN ZU DÜRFEN.

«Gute Fahrt...», grinste der dunkle Mann mit dem Totenkopf-Tattoo. Er nahm ihren Jeton entgegen.

Langsam setzte sich das Karussell in Bewegung. Die Orgel polterte laut.

Erschienen am: 
Freitag, 8. November 2019

Von der dicken Berta, die eigentlich Paula hiess...

Illustration: Rebekka Heeb

Sie hiess Paula. Aber alle nannten sie Berta - die dicke Berta.

Ich war fasziniert von ihr. Mich schauderte vor ihrem Büstenhalter, in deren Körbchen gut drei Dutzend junge Katzen problemlos hätten spielen können. Und ich wusste nie, ob ich heulen oder grinsen sollte, wenn ihr Beinkleid hochgehalten wurde: «Das ist sie - die Unterhose der dicksten Frau der Schweiz!»

Erschienen am: 
Dienstag, 5. November 2019

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