Mimpfeli

Die Mimpfeli erscheinen immer am Dienstag im Kulturmagazin der BaZ.

Mittwoch - Als ich Marlenchen sah, wars gleich Abneigung auf beiden Seiten. Um ehrlich zu sein: Ich fand Marlenchen im grellen Fiorucci-Outfit zum Kotzen. UND SIE MICH IM TRAINER-LOOK AUCH.

06.09.2005

Mittwoch - Aus dem Badezimmer ertönt dieses bohrende Surren der neuen Zahnbürste, die er sich in einer schlaflosen Nacht auf einer dieser immerwerbenden Telestationen bestellt hat.

30.08.2005

Dienstag - ZU SPÄT!
Pffffft - die Tramtüren klappen zu. Du siehst den Zivilisten mit dem dicken Bauch und dem wattierten Jäckchen von H&M. Wie ein Blitz zuckt es durch deine Ganglien: DAS IST EINER!

23.08.2005

Donnerstag - Die kleine Maus sass in meiner kupfernen Saucenpfanne. Ihre gufenkopfgrossen Augen standen ihr gierig aus dem Kopf. SIE GEILTE NACH DEM KÄSE VON MONSIEUR ANTONY.

16.08.2005

Freitag - Die Gasse sah am letzten Tag ihrer Teerung aus wie in einem dieser Filme, wo das Übel über die Menschen und das Elend in die Strassen gekommen ist.

09.08.2005

Donnerstag - Verrückte Welt. Während mir das Hemd am Hintern klebt und die Deo-Stifte wie Stafettenstäbe von Hand zu Hand gehen, lasse ich «Oh du Fröhliche» sounden und knete mich durch Weihnachtsstollen, um endlich in Stille-Nacht-Stimmung zu kommen.

02.08.2005

Montag - Also. Vor einem halben Jahr habe ich den letzten Zug genommen. Kippe weggeworfen. Danke. Das wars.

DAMIT IST MEIN ZUG ZUM RAUCHEN WEG.

26.07.2005

Donnerstag - Sie reissen diese Stadt wieder auf, wie Mamma Leone den frisch geschossenen Hasen.
Löcher. LÖCHER. LÖCHER. Das ist das Baudepartement!

19.07.2005

Montag - Klar. Wir sind nun im Alter, wo das Ersatzteillager zum Zug kommt: neue Ohren...schärfere Augen...die Hüften mit neuem Scharnier. Und das dritte Kinn wird zum vierten Mal weggesaugt.
MEDIZINGOTT SEI DANK.

12.07.2005

Dienstag - Abschied von der Insel. Sie heulen Rotz und Tränen. Sie werfen sich auf den Boden und umklammern schreiend meine (frisch gebügelte) Hose: «MISERICORDIA! Nicht gehen! MADONNASANTA. Du kannst uns doch nicht verlassen!»

DAS WAR IM TRAUM.

05.07.2005

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