Mimpfeli

Von wildem Spargel und Fingerfood

Illustration: Rebekka Heeb

Jedes Jahr dasselbe Theater! Innocent: «Spargeln schiebt man sich nicht von Hand rein!» - «Aha - und weshalb servieren Spitzenrestaurants Fingerbowls neben dem Teller?!»

Er schaut genervt von der Mayo hoch: «Das ist so ein neu modischer Brunz. Ich habe dir immer gesagt: W I R BRAUCHEN KEINE FINGER BOWLS. WIR SIND KEINE ARABER. UND ESSEN NICHT MIT DEN PFOTEN!» Ich beschimpfe ihn als alten Rassisten. Er mich als Kultursau. So kann beim Spargel keine Freude aufkommen.

Erschienen am: 
Dienstag, 14. Mai 2019

Von einer Omelette und keiner goldenen Hochzeitsfeier

Illustration: Rebekka Heeb

Es war vor 50 Jahren. Und alles war anders.

ICH MEINE: KEINE INTERNET-PORTALE FÜR ONE-NIGHT-STANDS keine SMS- Möglichkeit: «Habe sturmfrei und den Drang.»

Da gab es für Hetis lediglich den «Thé Dansant». Und wer die Sache heisser serviert haben wollte, besuchte die Piano-Bar mit den Damen auf dem Barhocker.

Für Mann-mit-Mann-Kundschaft hatte die Stadt zahlreiche Clubs und Bars anzubieten. Meistens waren diese übervoll - und die Preise (wie auch in den Piano-Bars) an der Decke.

Erschienen am: 
Dienstag, 7. Mai 2019

Vom Besuch bei Greta und von Rosette

Illustration: Rebekka Heeb

Greta hat sich angesagt. Die Zeitungen waren voll davon. Die Medien kriegten sich nicht mehr ein. Das Internet brach zusammen.

Zuerst war das Mädchen im Vatikan. Dann bei Frau Elisabetta im Senat. Die Präsidentin knickste vor ihr. Und nannte Greta ein Vorbild für die Menschheit.

GRETA NAHM ES GELASSEN: «Alle gratulieren mir. Es gibt nichts zu gratulieren. Wir haben überhaupt noch nichts erreicht!»

DANKE FÜRS GESPRÄCH.

Erschienen am: 
Dienstag, 30. April 2019

Von Café complet und schaukelnden Prothesen

Illustration: Rebekka Heeb

«Du hast doch einen am Körbchen!» - Innocent schaute bestürzt auf den grossen Tisch.

Angesagt waren zwölf Gäste. Angesagt war auch Sparsamkeit. HIER GING DIE SPARSAMKEIT INNOCENT ETWAS ZU WEIT

«Was soll das? - Kaffeetassen?! ICH HABE DIE MILITÄRBANDE ZU EINEM NACHTESSEN EINGELADEN »

Tut er immer. Die Gäste sind die Fliegerstaffel aus der Zeit, als Männer noch Krieg spielen durften. Der grosse Kampf ist längst vorbei. Aber Innocents Militärkameraden tun noch immer so, als ob sie das Land retten müssten

Erschienen am: 
Dienstag, 23. April 2019

Vom neuen Buch und Liesels Riesenfrau

Illustration: Rebekka Heeb

Das Buch wollte ich schon lange schreiben. Und den Titel hatte ich bereits vor 50 Jahren: ROSA SEEKUH.

Ich habe es dann - wie viele Dinge im Leben - immer wieder herausgeschoben. Und doch täglich davon geträumt.

INNOCENT KONNTE SICH NICHT FÜR DAS KONZEPT ERWÄRMEN: « was soll diese Oper mit einem Knaben, der rosa zur Welt kommt und dann alles blau bummst im Übrigen hast du doch schon über 100 Bücher geschrieben muss es in einer Welt, wo Papier und Wälder rar werden, noch eines mehr sein ?»

Erschienen am: 
Dienstag, 9. April 2019

Vom Trottinett in einer besseren Welt…

Illustration: Rebekka Heeb

Kürzlich bin ich unter ein Trottinett gekommen.

Autos sind nicht mehr gefährlich, seit jeder Rollator sie überholen kann. Die Obrigkeit hat sie an die Leine genommen. Und ein Mercedes-Fahrer führt seinen Schlitten nur noch Gassi.

DOCH MIT RUHE IST NIX!

Denn man lässt nun die Velofahrer auf die Welt los. Schlimmer: auf die Trottoirs, diese bis anhin geschützte Zone des Spaziergängers.

ZOFF VORPROGRAMMIERT.

Innocent ist unbarmherzig.

Erschienen am: 
Dienstag, 19. März 2019

Von Gwendolynern und der Flucht auf die Rigi

Illustration: Rebekka Heeb

Innocent schliesst den Koffer: «Ich bin dann mal weg!»

Ja klar.

Ist er immer, wenn das Fasnachtsfieber flimmert. Er kanns nicht damit. Fasnacht ist ihm ein Gräuel.

Als kleiner Bub hat er seine liebe Mutter bestürmt, er möchte gerne als Alti Dante an die Kinderfasnacht.

Die Mutter: «Das ist nur etwas für den Plebs!»

Der Vater: «Das Mommeli will damit sagen: Eine alte Tante wirst du schneller, als du glaubst!»

DER ALTE WAR EIN GESCHEITER MANN!

Erschienen am: 
Dienstag, 5. März 2019

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