Mimpfeli

Von königlichen Hunden und Zehennägeln

Illustration: Rebekka Heeb

Hotelfrau Hildegard von und zu Eisendorn – sie ist die Königin vom MERANER «Sissi-Hof» – segelt auf mich zu.

DIE GRÄFIN SEGELT IMMER.

Manchmal erinnert sie an ein Schlachtschiff, das anlegt und auf die Geldbeutel ihrer Gäste zielt.

Mitunter aber wird sie auch zu einem gemütlichen Kahn, der nach dem dritten Gläslein Sherry ins Schaukeln gerät.

Auf jeden Fall: Hildegard trägt Tracht. Immer Tracht. Sagen wirs so: trächtig prächtig.

Erschienen am: 
Dienstag, 20. November 2018

Vom Vollmond, Rilke und dem Käuzchen

Illustration: Rebekka Heeb

Nein. Nirgendwo ist der Vollmond voller als über dem Meer. SO RUNDUM VOLL! WUNDERVOLL VOLL.

Die gute alte Milchkugel macht wirklich einen guten Job. Voll geil!

ICH SCHMIEGE MICH AN INNOCENT.

O.k. Mag er nicht. ABER: GAR NICHT. Er mag überhaupt nicht, dass ich Intimes von ihm preisgebe.

Er meint, es sei seine Privatsphäre.

DOCH DAS KRATZT MICH NICHT. DAFÜR KRATZT MICH INNOCENTS PRIVATSPHÄRE AN DER BACKE.

«Du bist nicht rasiert, Schweini!»

Erschienen am: 
Dienstag, 13. November 2018

Vom roten Täschlein und seiner Geschichte

Illustration: Rebekka Heeb

Vielen geht mein Sack auf den Sack: «…das ist so was von pervers!»

Auf Facebook hat eine Dreckschleuder gepostet: «Kann einer so peinlich herumlaufen?!»

JAWOLLLL!

Und: NEIN!

DEN CHIC DER ROTEN TASCHE LASSE ICH MIR NICHT SCHLECHTREDEN!

Eigentlich ist es nicht mehr als ein schreiend scharlachfarbener Papiersack. Mit schwarzen Handkordeln. Und dem Namenszug. Ebenfalls schwarz.

Erschienen am: 
Dienstag, 6. November 2018

Von der Erbschaft und einem stinkigen Notarzimmer

Illustration: Rebekka Heeb

Der Anwalt war klein.

Schmuddelig.

Und er hatte gelbe Raucherzähne.

ICH HASSE GELBE RAUCHERZÄHNE.

O.k. – nichts gegen das Zigarrenpaffen.

DAS GILBT ARG.

Aber immerhin hat uns die Putzmittelindustrie Pasten entwickelt, die das Gelb rauszwingen. Und der Schaufel wieder das Blütenweiss einer unschuldigen Schneeanemone reinzwingen.

NICHTS VON ALLEDEM BEI DIESEM NOTAR MIT SEINEM LÄCHELN, DAS SO TRÜB WAR WIE UNGEPUTZTE KLOSCHEIBEN IM UNTERSUCHUNGSGEFÄNGNIS.

Erschienen am: 
Dienstag, 23. Oktober 2018

Vom falschen Chauffeur in Meran und Anmache…

Illustration: Rebekka Heeb

«ACH, D E R? DER IST NUR DER CHAUFFEUR…»

Aber hallo! Ich glaube, ich träume!

Innocent lümmelt in der vornehmen Bar unseres noch vornehmeren Hotels in Meran. Er hat den Gehstock hinter dem Brokatvorhang versteckt und macht auf lässig:

«Was macht so eine schöne Frau wie Sie alleine an diesem Ort der abgewrackten Geister?»

Die «schöne Frau» ist satt gestrafft. Üppig gekleistert. Und mit Frau Ardens Abdeckfarben übermalt.

Erschienen am: 
Dienstag, 16. Oktober 2018

Von dicken Lippen und Wespenstichen

Illustration: Rebekka Heeb

«SCHNAUSILEIN – KAFFEE FERTIG!»

Das bin ich auch.

Besonders wenn er das Süsswort «Schnausilein» ins Vokabular nimmt.

«SCHNAUSILEIN» IST MITTLERWEILE NÄMLICH 72, STARK ÜBERGEWICHTIG. UND SCHNAUST SCHON LÄNGST NICHT MEHR.

Es frisst wie zehn Milchkühe!

Geschnaust hat es vor 50 Jahren. Und so getan, als könnte es kein Küchlein anrühren …

HEUTE: REIN IN DIE FRESSE! UND AB AUF DIE HÜFTEN!

Deshalb: «Gibts keine frischen Gipfel?»

Erschienen am: 
Dienstag, 9. Oktober 2018

Vom Kochen mit Eiern und dem Noggerl-Versuch...

Illustration: Rebekka Heeb

Als junges Couple kochten wir nicht.

Wir ernährten uns von Toast. Und von Eiern.

DAS WARS.

UND DAS WAR GUT SO, WIE MEIN FREUND – DER BERLINER – WOWI SAGEN WÜRDE.

Innocent war stark in Eiern. Hart. Weich. Drei Minuten. Oder als Omelette mit Frischkäse und Tonnen von Trockenkräutern.

Mit der «Omelette Surprise» hat er den schönen keuschen Kerl über den Tisch gezogen.

Na ja – keusch ist relativ. Aber schön ganz sicher.

Erschienen am: 
Dienstag, 2. Oktober 2018

Vom Gartenzwerg und dem Mädchen

Illustration: Rebekka Heeb

«LASS DIE FINGER VON DIESEM HERRN!» – Innocent kübelt mal wieder in meinen Gefühlen herum. «Du hast einfach einen miserablen Geschmack!»

A B E R: WENN MIR NACH EINEM HERRN IST, GREIFE ICH ZU! AUCH BEI DEM HIER. BASTA!

Die Nervensäge schaut jetzt händeringend zum Himmel. Fleht irgendwelche Heiligen herbei. Und jammert in Richtung einer Donnerwolke, wo er seine liebe Mammi vermutet: «Er tuts wieder!»

Erschienen am: 
Dienstag, 25. September 2018

Vom Selberscannen und verhasstem Broccoli

Illustration: Rebekka Heeb

Der Mann holte mich am Lift ab.

«Wunderbar – ich kenne Sie! Sie sind doch ein technisch versierter Mensch!»

DER KANNTE MICH N I C H T!

ALLES NUR BILLIGE ANMACHE!

Ich war auf der Hut.

Man hört immer wieder, wie diese jungen Männer alten Tucken das Portemonnaie klauen und …

«ICH BIN VOM SUPERCENTER. MEIN NAME IST CARLO. HERZLICH WILLKOMMEN. HEUTE SCANNEN WIR EINMAL SELBER EIN.»

Erschienen am: 
Dienstag, 18. September 2018

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