Mimpfeli

Von Rebhäuschen und dem paffenden Stromboli

Illustration: Rebekka Heeb

ES IST ÜPPIG.

Alles ist üppig auf Salina: die Kapern, gross wie Pflaumen.

Mit einer Hibiskusblüte deckst du die halbe Insel.

Und mit den Oliven kannst du spielend auf die Bocciabahn.

DAS PROBLEM: DIE INSEL IST KAUM SCHUHSCHACHTELGROSS.

Und in Catania haben sie uns einen Opel vermietet, in dem eine neapolitanische Grossfamilie campieren könnte.

SOMIT HAT UNS DAS BASLER PARKPLATZPROBLEM MITTEN IM ÄOLISCHEN MEER EINGEHOLT.

Erschienen am: 
Dienstag, 10. Juli 2018

Von Erinnerungen an den «Postino» und Stullenstrich

Es musste Salina sein.

Und dort der schickste Kasten!

INNOCENT KOMMT INS VIBRIEREN: «Es gibt dort auf dem Campingplatz ein Gästehaus erster Güte…»

DANKE.

Man duscht in solchen Gästehäusern stets gemeinsam im Badesaal.

Rennt gemeinsam zum Beine-Dehnen in den Frühsport…

Und seift gemeinsam am tröpfelnden Brunnen die Turnhosen ein.

MUSS ICH NICHT HABEN!

Erschienen am: 
Dienstag, 3. Juli 2018

Von einem englischen Sommer und Note 3

Illustration: Rebekka Heeb

Alle gingen ans Meer.

Alle hatten es in den salzigen Wellen getrieben.

Alle redeten vom Gelato in Italien.

Nur bei mir: null. Nada. Niente.

MEINE FERIEN WAREN DAS FURGGI IN ADELBODEN. UND TONNEN VON HAUSGEBRAUTEM LINDENBLÜTENTEE.

O.K. ICH HATTE DAS MEER GESEHEN!

Das war in Hamburg. Dann in Scheveningen. Aber so ein kaltes Meer zählt nicht – ich wollte das warme, mittlere mit den Gelatoständen davor.

Erschienen am: 
Dienstag, 26. Juni 2018

Von den Wölfen auf der Insel

Illustration: Rebekka Heeb

WIR HABEN WÖLFE!

Innocent hat sie als Erster entdeckt.

Er sass bei seinem Abendschoppen. Köpfte ein zweites Fläschlein. Und strich sich über die runzligen Augensäcke. Dann streckte er die Hand nach meiner aus: «Pssst! Beweg dich nicht …»

IST JA TYPISCH. NACH 49 JAHREN MAL EINE ZÄRTLICHE GESTE.

UND SCHON WIEDER PAUSE!

Ich klopfe auf seine Finger: «Nanana …»

«PSSSSST!»

Er zeigt mit dem Kopf stumm in Richtung Katzengeschirr.

DORT DRIN SIND RESTEN-MAKKARONI AN BOLOGNESE-SUGO UND …

Erschienen am: 
Dienstag, 19. Juni 2018

Von den sterbenden Palmen und veganen Herzen

Illustration: Rebekka Heeb

In naiven Tantenträumen habe ich mir das immer so vorgestellt:

Grosse Auffahrt zum Schloss.

Vorfahren mit der hochradigen Familienkutsche.

Auf deren polierten Toren sind dezent die Krönchen von Innocents nobelalter Familie gemalt. UND EIN LACHENDES EINHORN. Letzteres passend zur Familientradition: gerne mal lachend einen auf dem Horn.

Dann links und rechts Tonnen von Zypressen, die sich ehrfurchtsvoll vor uns verneigen.

Erschienen am: 
Dienstag, 12. Juni 2018

Von den rosa Buben und bunten Kleidern

Illustration: Rebekka Heeb

Als kleiner Bub trieb ich es bunt.

DAS HAT BEREITS IN DER WIEGE ANGEFANGEN!

So jedenfalls wurde die Story immer an Familientagen und Beerdigungen durchgegeben: Rosig gedresst lag der kleine Junge auf dem weissen Kissen. Rosig – weil Basler Buben zu jener Zeit noch rosa auf die Welt kamen. Die Mädchen himmelblau.

WEISS DER TEUFEL, WESHALB BASEL DA IN SEINER VERHÜLLUNGSPOLITIK ANDERS TICKTE.

Aber es war Tradition: künftige Grossräte rosa. Die ersten Emanzen: himmelblau!

Erschienen am: 
Dienstag, 5. Juni 2018

Von einem Maikäfer und keinen Abfallkübeln

Illustration: Rebekka Heeb

Die wunderbarsten Dinge im Leben passieren, wenn man sie nicht erwartet.

BEI MIR WAR ES DAS DING MIT DEM MAIKÄFER.

Also.

Ich suche nach einem Abfallkorb.

MAN FINDET 1000 ÜBERWACHUNGSKAMERAS UND EINE MILLION POLITISCHE MEINUNGEN IN DIESER STADT – ABER KEINEN ABFALLKORB!

Ich jage mit meiner Serviette, in die sie mir eine gebutterte Brezel eingewickelt haben, durch die Gassen. Die Brezel ist weg. Kein Kunststück. In 30 Sekunden war sie unten.

Erschienen am: 
Dienstag, 29. Mai 2018

Von der Looping-Bahn und Stelzen

Illustration: Rebekka Heeb

Innocent müffelt: «Halt mir diese alte Schreckschraube vom Leibe!»

TYPISCH!

GESTERN NOCH VOLL MIT VERSCHMALZTEN KALAUERN: «HENRIETTE, HENRIETTE – bist so wunderbar und nette … SCHAU DEN ANDERN AN: SO FETTE!» Henriette: Rette! Rette!»

Und jetzt ist der «Fette» gut genug, um Innocent aus seiner eigenen Scheisse zu ziehen.

Ja pfeif den Heini!

Aber hallo – nichts der Fette tun!

Erschienen am: 
Dienstag, 15. Mai 2018

Von Buchteln bei den Hawelkas und Peter Alexander

Illustration: Rebekka Heeb

«I geh mit dem Herrn Doktor noch Würstel aikaufen…»

Fräulein Henriette zieht meinen Innocent – MEINEN INNOCENT! – wie einen lahmen Dackel neben sich her.

Es musste ja so kommen: Fräulein Henriette hat sich total in Innocent verschossen. Er ist ihr Traum-Bachelor. Und sie ihm scheissegal.

ABER SIE HAT SCHNAPS IM HAUS. DA LODERN INNOCENTS BESTECHLICHE HIRNZELLEN WIE FEGFEUERFLAMMEN.

Erschienen am: 
Dienstag, 8. Mai 2018

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