Mimpfeli

Die Mimpfeli erscheinen immer am Dienstag im Kulturmagazin der BaZ.

Rosie löchert mich. Rosie ist meine älteste Freundin. Die beste aller adoptierten Schwestern. Und die gross­herzigste aller Grossmütter.

Aber jetzt: «DAS BRINGT DICH DOCH NICHT UM!»

21.02.2017

Es ist immer wieder ein Schock.

ICH STEHE VOR DEM ABHANG.

Und ich muss daran denken, wie ich als Achtjähriger auf Ski da runterbretterte.

Ich hatte weiche Knie.

Ich hatte ein flatterndes Herz.

Und ich hatte den Schiss in den Hosen.

14.02.2017

«UNGGI – ZEIG DAS MAL MIT TWITTER!»

Ich wusste es: Der Tag beginnt mies.

07.02.2017

Ich friere an die Klötze. Meine Nase tropft. Meine Augen heulen. Und der Schnauzer ist ein klirrendes Wirrwarr aus Kristall. Überdies schlagen mir die eiskalten Schenkel auf die Blase: ALLE DREI MINUTEN PIPIHALT.

31.01.2017

«BENIMM DICH!» – das war das Alltags-Credo meiner lieben Omama. Natürlich durfte ich nicht «Omama» sagen. Nur «dear Lydia». «Shitty Hexenbesen» hätte es besser getroffen.

24.01.2017

WINTER WAR ADELBODEN-­ZEIT. Ich hasste den Schnee. Ich hasste die klobigen Skischuhe. MEINE FÜSSE HATTEN BESSERES VERDIENT: Ballerinaschläppchen – NUN JA: ZUMINDEST TIGER-FINKLI!

17.01.2017

Wenn ich die Fotokisten durchwühle, um die Lebens­erinnerungen für ein Buch zu bündeln, kommt mir immer wieder die Omi in die Finger.Über ihrem weissen, gewellten Haar trägt sie ein hauchfeines Netz. Auf dem Schoss eine grosse Tasche.

10.01.2017

Innocent mag den Dreikönigstag nicht. Und schon gar nicht das Kuchenspiel. Er zieht immer die Arschkarte. Es liegt in den Genen, dass die kleinen Dicken stets wissen, wo das Glück steckt. Das heisst: Natürlich muss jeder seinem Glück schon selber etwas nachhelfen.

03.01.2017

Josefine war eine Hexe.

Zumindest flüsterte man das in der Familie (Mutterseite) herum. Josefine war Vaterseite. Und was von dort kam, war dem andern Ufer des Familientümpels eh immer suspekt (hätte ich Familiendünkel sagen sollen?).

Josefine war die älteste Schwester der Kembserweg-Omi. Wir nannten sie «Tante Finni». Und uns grauste ein bisschen vor ihr – ungefähr so wie vor einem Engerling im ­Erdbeerbeet. Oder einer Schnecke am Salat.

27.12.2016

Dora schaute aus dem Fenster. Auf dem Bassin spritzten Regentropfen auf. Dora seufzte: «Also das hätten wir in Binningen auch haben ­können...»

13.12.2016

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