Mimpfeli

Die Mimpfeli erscheinen immer am Dienstag im Kulturmagazin der BaZ.

Gestern fuhren am Hafen die Bagger vor.

Es war, als würden sie in den Krieg ziehen.

Eine der Maschinen hatte eine Riesenkugel angehängt – die Kugel baumelte wie ein gigantischer Nasentropf am Kranarm hin und her.

02.08.2016

Rom ist Chaos.

Tausende von herumknipsenden Touris. Tausende von toilettensuchenden ­Muttis. Und rundum beflissene tamilische Kellner: «Kommen mangiare Pizza… gut-gut! Nudel essen, dann Toilette kosten nix. Sonst zwei Euro für Pisspiss.»

26.07.2016

Badrig sass auf der Strasse. Und verkaufte Heuschrecken.

So habe ich den Jungen aus Manila kennengelernt.

Ich stresste durch Rom. Und suchte nach einer Tischdekoration. GRUND: Mein Neffe Stefan heiratete. Innocent hatte ihm gross­spurig versprochen: «Wir bauen dir das Fest auf der Insel – grosse Kiste. Für einmal soll es richtig krachen. Lade all deine Freunde und Verwandten ein! Ich lass mich nicht lumpen.»

19.07.2016

Wenn ich mitunter an diesen Kolonien mit Familiengärten, vorwitzigen Plastikzwergen und einem Beet voller Kunststoff-Schneewittchen vorbeispaziere, werde ich melancholisch.

Na ja – «melancholisch light» zumindest.

12.07.2016

Nein. Es ist nicht mehr mein England von einst. UND DAS HAT NUN GAR NICHTS MIT DER BREXIT-OPER ZU TUN.Oder damit, dass der typisch englische Sunday Roast heute durch einen veganen Tofu-Burger ersetzt wird.

05.07.2016

Die Reise ist HORROR. Der grosse Absteller. Okay. Es war schon früher nicht einfach, nach London zu kommen. ABER IMMERHIN.

19.04.2016

«Die Massai wollen uns am letzten Abend zum Essen einladen!» – Innocent glühte wie die untergehende Sonne. Die Vorfreude hebelte seinen Sparsamkeitsfimmel ins Out: «WAS BRINGEN WIR DIESEN NETTEN MASSAI-BURSCHEN NUR MIT...?»

12.04.2016

«Jambo ... Jambo»‚ diesen Gruss, der nach englischem Haarwaschmittel und französischem Schinken tönt, bekommen wir auf Sansibar landauf, landab immer wieder zu hören. Natürlich jambonieren wir zurück. Es ist immer schön, ein bisschen die Sprache der Einheimischen mitzuplaudern.

05.04.2016

Weiss der Teufel, wie wir auf Sansibar kamen. Vermutlich der Name. Er tönt ja nach Märchen, Sehnsucht und tausend Gewürzen. Jedenfalls buchte ich. Und wollte mich in Anderschs Buch «Sansibar oder der letzte Grund» etwas mit dem Thema aufheizen.

29.03.2016

Innocent linste über den ­Tassenrand. WAS ER SAH, MACHTE IHM DIE MILCH SAUER.

Sein Visavis löffelte dieses griechische Joghurt, das so dick war wie ein Vanillepudding. Der Brei aus dem sonnigen Sorgenland hat dreimal so viele Kalorien wie vier Cremeschnitten.

22.03.2016

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