Mimpfeli

Die Mimpfeli erscheinen immer am Dienstag im Kulturmagazin der BaZ.

Badrig sass auf der Strasse. Und verkaufte Heuschrecken.

So habe ich den Jungen aus Manila kennengelernt.

Ich stresste durch Rom. Und suchte nach einer Tischdekoration. GRUND: Mein Neffe Stefan heiratete. Innocent hatte ihm gross­spurig versprochen: «Wir bauen dir das Fest auf der Insel – grosse Kiste. Für einmal soll es richtig krachen. Lade all deine Freunde und Verwandten ein! Ich lass mich nicht lumpen.»

19.07.2016

Wenn ich mitunter an diesen Kolonien mit Familiengärten, vorwitzigen Plastikzwergen und einem Beet voller Kunststoff-Schneewittchen vorbeispaziere, werde ich melancholisch.

Na ja – «melancholisch light» zumindest.

12.07.2016

Nein. Es ist nicht mehr mein England von einst. UND DAS HAT NUN GAR NICHTS MIT DER BREXIT-OPER ZU TUN.Oder damit, dass der typisch englische Sunday Roast heute durch einen veganen Tofu-Burger ersetzt wird.

05.07.2016

Die Reise ist HORROR. Der grosse Absteller. Okay. Es war schon früher nicht einfach, nach London zu kommen. ABER IMMERHIN.

19.04.2016

«Die Massai wollen uns am letzten Abend zum Essen einladen!» – Innocent glühte wie die untergehende Sonne. Die Vorfreude hebelte seinen Sparsamkeitsfimmel ins Out: «WAS BRINGEN WIR DIESEN NETTEN MASSAI-BURSCHEN NUR MIT...?»

12.04.2016

«Jambo ... Jambo»‚ diesen Gruss, der nach englischem Haarwaschmittel und französischem Schinken tönt, bekommen wir auf Sansibar landauf, landab immer wieder zu hören. Natürlich jambonieren wir zurück. Es ist immer schön, ein bisschen die Sprache der Einheimischen mitzuplaudern.

05.04.2016

Weiss der Teufel, wie wir auf Sansibar kamen. Vermutlich der Name. Er tönt ja nach Märchen, Sehnsucht und tausend Gewürzen. Jedenfalls buchte ich. Und wollte mich in Anderschs Buch «Sansibar oder der letzte Grund» etwas mit dem Thema aufheizen.

29.03.2016

Innocent linste über den ­Tassenrand. WAS ER SAH, MACHTE IHM DIE MILCH SAUER.

Sein Visavis löffelte dieses griechische Joghurt, das so dick war wie ein Vanillepudding. Der Brei aus dem sonnigen Sorgenland hat dreimal so viele Kalorien wie vier Cremeschnitten.

22.03.2016

«Pampeluure!» – so nannte die Familie den Kaffee meiner Grossmutter.

Die Kembserweg-Omi kochte Wasser im Pfännchen.Dann stellte sie ein zylinderförmiges Etwas auf eine dickbauchige Kaffeekanne. Ins Etwas kam ein kleines, rundes Filterpapierchen. Dünn. Und weiss. Aufs Papierchen streute die Omi einen gestrichenen Kaffeelöffel voll mit Kaffee. Die Kaffeebohnen mahlte sie in einer hölzernen Handmühle. Sie klemmte diese zwischen ihre rheumatischen Beine. Und drehte wild drauflos.

15.03.2016

Als Kind wollte ich ein Schloss. Ich schaute mich in Kembserweg-Omis Dreizimmer­wohnung um. Und wusste: DAS IST ES NICHT!

Ein Château also. Dazu das ganze Pimporium: Diener, die vor mir auf halbmast knicksen würden. Und eine Kutsche, aus der ich dem ­huldigenden Volk lässig zuwinkte – ähnlich wie es der lustige Bub schon auf dem Kindersitzsattel des Velosolex seines Vaters tat. Aber natürlich nicht mit derselben Wirkung wie aus dem Sechsspänner in Gold.

08.03.2016

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