Vom «Glückes Schmied» und dem Dreikönigskuchen

Illustration: Rebekka Heeb

Innocent mag den Dreikönigstag nicht. Und schon gar nicht das Kuchenspiel. Er zieht immer die Arschkarte. Es liegt in den Genen, dass die kleinen Dicken stets wissen, wo das Glück steckt. Das heisst: Natürlich muss jeder seinem Glück schon selber etwas nachhelfen. Oder wie meine liebe Mutter rezitierte: «Faber est suae quisque fortunae.»

Erschienen am: 
Dienstag, 3. Januar 2017

Taittinger Rosé

NEUJAHR!

HALLELUJA!

Willibert rieb sich die Hände: «Noch 54 Tage bis zur Pensionierung!»

Annekäthi trug eine Champagnerflasche in die Stube. Taittinger Rosé. Jahrgang 1989.

«Sollen wir die zur Feier des Tages...»

Willibert schaute entsetzt auf: «ABER NICHT DOCH – ANNEKÄTHI! Die sparen wir uns auf einen grossen Moment auf!»

Erschienen am: 
Montag, 2. Januar 2017

Vom schwarzen Engel und Tante Finnis Kropf

Illustration: Rebekka Heeb

Josefine war eine Hexe.

Zumindest flüsterte man das in der Familie (Mutterseite) herum. Josefine war Vaterseite. Und was von dort kam, war dem andern Ufer des Familientümpels eh immer suspekt (hätte ich Familiendünkel sagen sollen?).

Josefine war die älteste Schwester der Kembserweg-Omi. Wir nannten sie «Tante Finni». Und uns grauste ein bisschen vor ihr – ungefähr so wie vor einem Engerling im ­Erdbeerbeet. Oder einer Schnecke am Salat.

Erschienen am: 
Dienstag, 27. Dezember 2016

Vom langen Abschied und der Melodie des Lebens

Illustration: Rebekka Heeb

Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

Lukas sass vor dem Flügel.

Auf dem polierten Holz duftete die gelbe Rose in einer schlanken Murano-­Vase. Draussen im Garten hatten sich die Krähen in der grossen Birke ver­sammelt. Ihr Geschrei war verstummt. Alle warteten, dass etwas geschehen würde.

«Was muss ich tun, Beatrice?» – Lukas schaute seine Frau mit einem unruhigen, fast flehenden Blick an. «Ich weiss nicht, was ich hier soll…»

Die ältere Dame (mit den fein ­frisierten weissen Haaren) trug ein ­veilchenblaues Deuxpièces. Langsam ging sie auf Lukas zu. Streichelte seinen Kopf. Und hob den Deckel zur Tastatur: «Du spielst doch so schön, Lukas…»

Erschienen am: 
Samstag, 24. Dezember 2016

Wie Niggi mit dem Kalb das Christkind fand

Panik bei Stuckis: Ausgerechnet am Heiligen Abend ist Sohn Niggi verschwunden. Eine Weihnachtsgeschichte aus der Feder des Basler Autors -minu.

Die Nacht war klirrend kalt. Eisig. Niggi stampfte durch den Schnee in den Wald. An einem Seil führte er Klara mit sich – Klara, das Kalb, das anfangs Jahr zum Metzger geführt werden sollte. «Im Wald wartet das Christkind auf uns …», redete Niggi auf Klara ein.
Das Kalb schien nicht sehr beeindruckt. Es schniefte kleine Wölkchen von sich und blinzelte verärgert, weil es von diesem kleinen Bub aus dem warmen Stall geholt worden war.

Erschienen am: 
Dienstag, 20. Dezember 2016

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