Mimpfeli

Die Mimpfeli erscheinen immer am Dienstag im Kulturmagazin der BaZ.

Die junge Frau schaute mich strafend an. Sie war der klare Körner-Typ.

Vorne flach.

Hinten flach.

Und auf dem Hals ein ­Hirsekorn. «Sie sollten den jungen Menschen ein Vorbild sein. GERADE SIE!»

14.07.2015

«SIE HABEN DEN ZIELPUNKT ERREICHT. DAS ZIEL BEFINDET SICH AUF IHRER LINKEN SEITE!» Auf der linken Seite graste eine Kuh. Und die Kuh blinzelte etwas ungehalten, als wir mit unsern Rädern im Leerlauf Tonnen von Sand aufwirbelten. Wir steckten fest. Und zwar in einer Düne.

07.07.2015

Er bockte.

Alte Leute bocken gerne.

Sie werden wieder zu kleinen Buben oder Mädchen.

Und der einzige Unterschied: Ihr «Zwänggrind» hat etwas mehr Runzeln.

Der Disput ging um den Geburtstag. Innocent feierte den 80.

ICH FINDE DAS WUNDERBAR.

30.06.2015

«Zwei Tage Lecce reichen!» – sagte Innocent. Er biss in eine dieser warmen Brioches, die sie in Apulien mit einer Mandel-­Honig-Masse füllen.

Dann blickte er anerkennend zum Kellner, der uns den Tipp mit dem warmen Buckel­weggen gegeben hat: «Molto buono…»

23.06.2015

Sorry. Aber campieren? Und dann noch mit Lagerfeuer­romantik. Dazu Wurst am Spiess… NEIN. NICHT MEINE WELT.

Ich mag die Wurst andersrum.

16.06.2015

Marco Lusto schaut mich an.Er betrachtet mich, wie man etwa einen Gebrauchtwagen abschätzt.

Oder vier Occasionspneus.

09.06.2015

Es ist zu viel!

Viel zu viel zu viel!

Julchen meinte es gut. Sie war in Rom. Und ihr Finger war vom Selfie-Auslöser so wenig wegzukriegen wie Tante Mobbel vom Kuchenbuffet.

«DU SIEHST SÜSS AUS!» – schrieb sie dann aus Basel eine MMS. Und hängte das Süsse an.

02.06.2015

Er stierte mich an.

Und seine (genetisch vererbte) stark ausgeprägte Kinnlade rutschte nach unten.

Es lag weniger an mir. Als am Schottenrock. Oder dem, was vom Schottenrock übrig geblieben war.

26.05.2015

Milli war eine andere Welt.

Um ihre geheimnisvoll knisternden Seidenröcke wehte ein leises: «Mit Prinzessin Annetrude bin ich auf Du.» Oder: «Ihr hättet mal die Palatschinken essen sollen, die bei Tante General auf­getischt wurden!»

19.05.2015

Die kleine Frau bei «Demel» fällt auf. Wie eine Tortenschachtel im Leichenhaus. Oder ein ­blühender Kirschbaum in der Wüste. Ihr Kopf trägt ein ­grünes Hütchen. Darauf ­zittern ein Dutzend Federn in Regenbogenfarben. Die Vögel allerdings scheinen ausgeflogen zu sein.

12.05.2015

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