Mimpfeli

Von einem Italiener in Wien und Schwüren

Illustration: Rebekka Heeb

Max muss da mal raus.

SEIT ER SICH DIESER 5-STELLE-BEWEGUNG VERSCHRIEBEN HAT, HERRSCHT BEI IHM NERVLICH DAS EIERSAUSEN.

Ich sag ja nichts. Ich finde diese italienischen Parteien alle so, dass man an unseren wieder seine Freude bekommt.

ABER: MAX LANGWEILTE SICH. UND DAS IST DER HÄUFIGSTE GRUND, WARUM MENSCHEN IN DIE POLITIK EINSTEIGEN. DORT LANGWEILT MAN DIE ANDERN.

Erschienen am: 
Dienstag, 17. April 2018

Von der Bimmelbahn und keinen Kontrollen im Tram

Illustration: Rebekka Heeb

Es geht so nicht weiter. DIESE ÖSTERREICHISCHEN SCHMANKERL BRINGEN MICH UM!

Na ja – nicht um! Aber sie bringen einen Bauch, sodass kürzlich in der Strassenbahn eine junge Frau in guter Hoffnung aufgehüpft ist und mir ihren Schwangeren-Sitzplatz überlassen hat.

IN DIESER RINGBAHN HAT JEDE SCHWANGERE FRAU EIN HOCKRECHT!

Ich meine: DAS ist Lebensqualität. Und SO ist es wirklich eine Freude, schwanger zu sein.

MUSS SICH JA KEINER MEHR WUNDERN, DASS WIEN DIE STADT NUMMER EINS PUNKTO LEBENSFREUDE GEWORDEN IST.

Erschienen am: 
Dienstag, 10. April 2018

Von einer schielenden Amsel und Würstelständen

Illustration: Rebekka Heeb

Es schellt an meiner Tür.
Wenn die Wiener Glocke schellt, ist das, als würden 100.000 Morgestraich-Wecker synchron rasseln.
ICH WERFE MIR DEN MORGENROCK ÜBER. ER IST FLAUSCHIG. UND DAS KAM SO:
Eigentlich ist es ein ganz gewöhnlicher Morgenrock mit einem Eichhörnchen drauf, das sich ans Herz greift. Es zwinkert verliebt einem zwitschernden Ämselchen zu.
DARUNTER IN BLATTSTICH UND GRÜN- FÄDIG: «DAS WIRD EIN SCHÖNER TAG!»

Erschienen am: 
Dienstag, 3. April 2018

Von der Wiener Süsse und Rebläusen

Illustration: Rebekka Heeb

Wiener sind süss.

Da gibt es gar keine bittere Schweizer Neid-Pille nachzuschieben.

ÖSTERREICHER SIND NUN MAL WIE IHR BACKWERK: SIE GEHEN IM SÜSSEN AUF WIE DIE SALZBURGER NOCKERLN. Und sie sind so zuckrig wie die Mozart-Torte.

Dazu noch der Dreiviertel-Takt. Das galante «Küss dy Hond, meine Gnädigste!». Und immer wieder ein bisschen Sehnsucht nach dem Kaiser.

Erschienen am: 
Dienstag, 27. März 2018

Von Wahrsagerinnen und Facebook-Freunden

Illustration: Rebekka Heeb

Die Anzeige kam mit drei Glücksschweinchen.

KLAR. JEDER WILL SCHWEIN. JEDER WILL GLÜCK.

Deshalb habe ich die Sache auch neugierig gelesen: «DEM JUNI-GEBORENEN WINKT SCHWEIN UND GLÜCK!»

Ich hätte schon damals merken müssen, dass die Sache faul ist. HAT EINER SCHON MAL EINE SAU WINKEN SEHEN? Na also.

Und grammatikalisch war alles auch falsch gebündelt: Denn es sollte WINKEN heissen. Nicht winkt. Es WINKEN ja zwei: SAU u n d GLÜCK. IM PLURAL.

Erschienen am: 
Dienstag, 20. März 2018

Von klirrender Kälte in Wien und «Frittatensuppe»

Illustration: Rebekka Heeb

Die Eiszapfen flimmern in der Sonne.

Sie funkeln, als wären es glitzernde Säbeltiger-Zähne aus der Kristallwelt der Swarovskis.

Nun gut – sonnig ist es.

ABER ARSCHKALT.

UND ICH ZÜNDE MIR MEINE LETZTE ZIGARRE AN. DENN IM HAUS HERRSCHT RAUCHVERBOT!

«Mer saan zwar in Österreich, aber rauchen könnens hier trotzdem net», kennt der gute Hausmeister nichts. Er lässt im Hof die Ratten Cha-Cha-Cha tanzen.

Erschienen am: 
Dienstag, 13. März 2018

Vom Frust, wenn das Handy weg ist

Illustration: Rebekka Heeb

Handy weg!

NA BINGO!

Da können sie dir auch gleich die Ganglien wegpusten.

OHNE HANDY BIST DU WIE IM LUFTLEEREN RAUM.

Schwebend. Nicht mehr auf dieser Welt. Und mit der erschreckenden Erkenntnis: «KEINE SAU RUFT DICH AN!»

Also – alles kam so.

Klärchen meldete sich. Klärchen kommt aus Schaffhausen. Und ist eine wunderbare Freundin.

Ich habe sie an einem Vorsingen in Zürich kennengelernt. Klärchens Sopran war einmalig. Ihre Koloratur kletterte zum Mond.

Erschienen am: 
Dienstag, 6. März 2018

Von der tropfenden Decke und Pinggeli ohne Hose

Illustration: Rebekka Heeb

Es tropft.
«Dlagg … dlagg … dlagg. NERVEND!

Meine feinen Ohren hören so etwas.

Nicht so die verhaarten Lauscher von Innocent. Die stellen sich nur noch beim «Blobbb!» von herausgezogenen Weinkorken.

«ES TROPFT!», ich rufe es in den oberen Stock.

Der Herr hockt auf einer dieser Folter-Apparaturen. Und spult fünf Fitness-Kilometer runter.

Erschienen am: 
Dienstag, 27. Februar 2018

Von der Kinderfasnacht, die es gar nicht gab

Illustration: Rebekka Heeb

MIT FASNACHT WAR NICHTS.

Null.

NIENTE!

Für einmal waren sich die Alten einig: «So etwas tun wir nicht!»

Vielleicht SIE nicht – ICH schon.

«Ich will als Ballerina gehen», verkündete ich der nicht sehr erstaunten Familie. SIE WAR KUMMER MIT DEM KLEINEN GEWOHNT.

Schon mit fünf Jahren hatte der Bub in einem steifen, schwarz gerüschten Petticoat-Unterrock das Quartier aufgemischt. Und vor Frau Schneiderhahns Bäckerladen Wirtinnen-Verse gesungen.

Die Verse kamen von Onkel Alphonse.

Erschienen am: 
Dienstag, 13. Februar 2018

Von Orangen auf dem Kuonisbergli und Besserwissern

Illustration: Rebekka Heeb

TOLL! SHIT HAPPENS!

Der grosse Shit ist die berühmte Skipiste am Kuonisbergli.

Dort stecke ich fest. Dies mit unserer Mühle, die auch schon bessere Tage gesehen hat.

DAZU 150 KILO ORANGEN UND ZITRONEN IM KOFFERRAUM. Und jetzt: NICHTS GEHT MEHR.

Die Räder heulen auf, wie die SP, wenn Herr Blocher auftritt.

Und das Erste, das Innocent sagt: «ICH HABS JA GLEICH GESAGT!»

Es gibt Momente, da könnte man auch nach 50 Jahren noch den Scheidungsanwalt rufen!

Also – der Reihe nach:

Erschienen am: 
Dienstag, 6. Februar 2018

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