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Vom «Müssen» im Stau

Illustration: Rebekka Heeb

Endlich in Basel! Der Verkehr von Wien über München war Horror: Baustellen, Baustellen, Baustellen. Du stehst im Stau. Und das Schlimmste: deutsche Schlagermusik mit fröhlichen Moderatoren-Sprüchen – die Lustig-Laune umspinnt dich wie Zuckerwatte den Holzstängel.

Erschienen am: 
Dienstag, 23. Mai 2017

Vom Abschied im Krankentransport und Regen

Illustration: Rebekka Heeb

Das Wiener AKW umfasst ein ganzes Quartier. Es heisst: ALLGEMEINES KRANKENHAUS WIEN. Und es liegt nur eine U-Bahn-Station von ­meiner Wohnung entfernt. Aber die U-Bahn-Station an der Volksoper wird umgebaut. Und somit ist sie temporär zugemauert.

ICH GEHE ALSO ZU FUSS INS SPITAL. DER FUSS IST PLATT. ABER NICHT GEBROCHEN, WIE DERJENIGE VON INNOCENT. MAN MUSS DANKBAR SEIN.

Erschienen am: 
Dienstag, 16. Mai 2017

Von der Wiener Wohnung und Frau Reka

Illustration: Rebekka Heeb

Es war nicht einfach.

Es gibt natürlich Tonnen von Wohnungen in Wien.

Aber wenn einer die Hofburg und Sissis Boudoir gesehen hat, kann man nicht einfach zu jedem Linoleumboden und einem schiefen «Wasch­kasterl» Ja sagen.

Es war mein Prager Freund Pavel, der mir Herrn Franz vermittelte.

Herr Franz hat Häuser und eine ungarische Gattin, die Frau Reka.

Frau Reka tönt so gesund. Und nach einer ruhigen Therapie. Aber Frau Reka hat Paprika im Hintern. Sie macht Gulasch, so feurig wie ein Steppenbrand. Und sie singt. Dies nicht sehr gekonnt – aber sehr laut.

Erschienen am: 
Dienstag, 18. April 2017

Von Eiern im Glas und dem Herrn Baron

Illustration: Rebekka Heeb

«Herr Andreas» bringt mir Eier. Sie sind exakt drei Minuten gekocht. Geschält. Und in ein mit Dampf erhitztes Coupe-­Glas gelegt worden.

Seit einer Woche schon serviert mir Herr Andreas jeden Morgen diese «Wiener Eier». Dazu ein Stück dunkles Brot. Grosszügig gebuttert. UND MIT EINER FINGERDICKEN LAGE GESCHNIPSELTEM SCHNITTLAUCH DRAUF!

Erschienen am: 
Dienstag, 11. April 2017

Von der grossen Gala und heisser Unterwäsche…

Illustration: Rebekka Heeb

«Es kommen alle!» – sagt ­Arthur.

Als ich Arthur das erste Mal begegnete, dachte ich, er sei sein Chauffeur. Ein schlaksiger Kerl im etwas abgetragenen Anzug zottelte auf mich zu. «Und wo ist Herr Cohn?», fragte ich ihn. «Herr Cohn bin ich», lächelte er schüchtern.

ARTHUR PASSIEREN IMMER SOLCHE DINGE.

Als er an der Award-Party in Los Angeles teilnahm, winkte ihn Liv Ullmann herbei: «Für mich bitte ein Glas Mineral, danke!» Fünf Stunden später, als er an der grossen Verleihung die Bühne betrat, rief die grosse Schauspielerin mit weit aufgerissenen Augen: «ICH GLAUBS JA NICHT – MEIN KELLNER HAT EINEN OSCAR GEWONNEN!»

Erschienen am: 
Dienstag, 4. April 2017

Von den süssen Brüstchen, die Minuzze heissen

Illustration: Rebekka Heeb

Innocent muffelt. Ich habe ihn um fünf Uhr morgen aus dem catanischen Hotelschragen prügeln müssen. Und jetzt ist er schräg drauf: «UND DAFÜR HABE ICH FERIEN!»

Umberto (vulgo: Umbi) erwartet uns schon an der Réception, die eigentlich nur ein Tisch und eine alte Glocke ist. HEUTE IST UMBIS GROSSER TAG. IN ­WENIGEN STUNDEN WIRD DIE HEILIGE AGATA IN DIE LUFT GEHEN. UND DURCH DAS VOLK VON CATANIA GETRAGEN.

Ein tragender Moment – für Innocent in ­diesem Moment aber nur «tragisch».

Erschienen am: 
Dienstag, 21. März 2017

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