Die Sekretärin

Kurt war mies drauf.

Erstens wars der letzte Tag seiner Sekretärin. Fräulein Vaterlaus (sie bestand auf dem Fräulein)hatte ihm 40 Jahre gedient. Er hatte sie als 18-Jähriger von seinem Vater übernommen, als dieser von einem Lastwagen platt gefahren wurde.

FRÄULEIN VATERLAUS WURDE SO ETWAS WIE EINE FIRMENMUTTER FÜR IHN.

Sie führte ihn behutsam in seine Pflichten als neuer Chef ein – wusste aber immer, wo ihr Platz war.

Erschienen am: 
Sonntag, 9. Februar 2014

Von einem Mail aus Israel und der ersten Rohkostfee

Kürzlich meldete sich in meinem E-Mail-Briefkasten jemand mit dem Namen Osnat Laster.

O.k. Nicht aussergewöhnlich.

Es melden sich schliesslich auch «Huldi Weibel» oder «Jörg Abächerli».

Die meisten wollen irgendein Kochrezept. UND DA BIN ICH NUN WIRKLICH NICHT DIE RICHTIGE ANLAUFSTELLE.

JEDER WEISS, DASS MEINE REZEPTE NIE AUFGEHEN. UND STETS IRGENDWO EIN EI ÜBRIG BLEIBT!

Osnat Laster jedoch wollte ihre Grossmutter. Es kommt eher selten vor, dass jemand bei mir eine Grossmutter bestellt.

Erschienen am: 
Dienstag, 28. Januar 2014

Sudoku

Hildi schaltete den Fernseher aus.

Sie hatte eine Illustrierte durchgeblättert, um sich über das blaue Blut dieser Welt auf dem Laufenden zu halten.

Walter brütete über einem Sudoku.

Am Fernseher war sich eine politische Talk-Runde verschiedenster Parteien darüber einig gewesen, dass Frauen nicht geschlagen werden dürfen.

Hildi schüttelte den Kopf: Weshalb konnten sie nicht wieder mal so einen schönen Film mit Theo Lingen und Paula Wessely zeigen? DA HATTEN ES FRAUEN IMMER GUT.

Erschienen am: 
Montag, 27. Januar 2014

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