Mimpfeli

Die Mimpfeli erscheinen immer am Dienstag im Kulturmagazin der BaZ.

Ich friere an die Klötze. Meine Nase tropft. Meine Augen heulen. Und der Schnauzer ist ein klirrendes Wirrwarr aus Kristall. Überdies schlagen mir die eiskalten Schenkel auf die Blase: ALLE DREI MINUTEN PIPIHALT.

31.01.2017

«BENIMM DICH!» – das war das Alltags-Credo meiner lieben Omama. Natürlich durfte ich nicht «Omama» sagen. Nur «dear Lydia». «Shitty Hexenbesen» hätte es besser getroffen.

24.01.2017

WINTER WAR ADELBODEN-­ZEIT. Ich hasste den Schnee. Ich hasste die klobigen Skischuhe. MEINE FÜSSE HATTEN BESSERES VERDIENT: Ballerinaschläppchen – NUN JA: ZUMINDEST TIGER-FINKLI!

17.01.2017

Wenn ich die Fotokisten durchwühle, um die Lebens­erinnerungen für ein Buch zu bündeln, kommt mir immer wieder die Omi in die Finger.Über ihrem weissen, gewellten Haar trägt sie ein hauchfeines Netz. Auf dem Schoss eine grosse Tasche.

10.01.2017

Innocent mag den Dreikönigstag nicht. Und schon gar nicht das Kuchenspiel. Er zieht immer die Arschkarte. Es liegt in den Genen, dass die kleinen Dicken stets wissen, wo das Glück steckt. Das heisst: Natürlich muss jeder seinem Glück schon selber etwas nachhelfen.

03.01.2017

Josefine war eine Hexe.

Zumindest flüsterte man das in der Familie (Mutterseite) herum. Josefine war Vaterseite. Und was von dort kam, war dem andern Ufer des Familientümpels eh immer suspekt (hätte ich Familiendünkel sagen sollen?).

Josefine war die älteste Schwester der Kembserweg-Omi. Wir nannten sie «Tante Finni». Und uns grauste ein bisschen vor ihr – ungefähr so wie vor einem Engerling im ­Erdbeerbeet. Oder einer Schnecke am Salat.

27.12.2016

Dora schaute aus dem Fenster. Auf dem Bassin spritzten Regentropfen auf. Dora seufzte: «Also das hätten wir in Binningen auch haben ­können...»

13.12.2016

«Heute Nacht haben uns wieder die Nilpferde besucht…» Afrika-Heidi schaut über ihren Paradiesgarten im Camp an der Grenze zu Sambia und Namibia. Die Frangipani-­Bäume stehen in voller Blüte. Der Rasen ist grün – ein wunderbarer Kontrast zu all der Dörre, den sandigen Steppengegenden und den scheintoten Bäumen (diese blühen dann alle wieder, sobald die ersten Überflutungen das Land bewässern) im Okavango-­Delta. Heidi ist Baslerin. Aber sie lebt hier seit Jahrzehnten – zusammen mit Flusspferden. Und Krokodilen.

06.12.2016

«Wollt ihr auf einem Elefanten reiten?» – Pipi strahlte uns an. Ich strahlte weniger.

Natürlich gehören Elefanten zu meinen Alltagslieblingen – wie Glühwürmchen, Nilpferde und Vanilleeis mit Krokant drin. Aber ich habe Respekt vor den Tieren. Und schaue sie mir gerne von Weitem an. Es gab eine Zeit, als man auch im Basler Zolli auf Elefanten steigen durfte. Meine Eltern drängten mich, weil mein lieber Vater von einer seiner Drittfrauen eine Schmalfilmkamera auf Weihnachten geschenkt bekommen hatte.

29.11.2016

«AAAAFRIKA!», seufzte Innocent. Er seufzte den Kontinent mit drei A. Damit wollte er seine Sehnsucht verbal ausdrücken: «AAA-frika! Irgendwann will ich da mal hin!»

«Aha», sagte ich. Mit nur einem kurzen A. Denn meine Sehnsucht hielt sich punkto Afrika bis anhin in Grenzen.

22.11.2016

Seiten